Heilkräuterernte startet verspätet

Von dpa 10.06.2021, 06:48
Echte Kamille wächst auf dem Gelände der Bundesgartenschau auf dem Petersberg.
Echte Kamille wächst auf dem Gelände der Bundesgartenschau auf dem Petersberg. Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Schmölln/Ranis - Die kühle und wechselhafte Witterung bis Himmelfahrt hat das Wachstum von Thüringens wichtigstem Heilkraut deutlich gehemmt. „Normalerweise beginnt die Kamillen-Ernte Anfang Juni, in diesem Jahr verzögert sich der Start um mindestens zwei Wochen“, erklärt Gunnar Jungmichel, Vorstandsvorsitzender von Agrarprodukte Ludwigshof in Ranis. „Seitdem ich vor zehn Jahren im Betrieb angefangen habe, ist das noch nie vorgekommen.“ In den vergangenen Jahren habe sich der Erntebeginn tendenziell eher nach vorne verschoben.

Auch bei anderen Heilkräutern machten sich die Wetterkapriolen bemerkbar: „Die Pfefferminze leidet noch extremer unter der Kälte als die Kamille“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Nöbdenitz in Schmölln, Matthias Schnelle. In den kommenden Wochen sei warmes, feuchtes Wetter mit Nachttemperaturen über zehn und Tagestemperaturen unter 30 Grad wichtig für eine gute Ernte.

Bundesweit ist Thüringen der Hauptproduktionsstandort für Kamille. Dem Thüringer Interessenverband Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen zufolge kommen rund 70 Prozent der in Deutschland produzierten Kamille aus den beiden Heilkräuter-Anbaubetrieben im Freistaat. Insgesamt wurden in Thüringen 2020 laut Landwirtschaftsministerium auf etwa 990 Hektar Heilkräuter angebaut - neben Kamille und Pfefferminze auch Zitronenmelisse, Johanniskraut, Rosenwurz, Mutterkraut und Spitzwegerich.