Impftermin-Nachfrage in Bremen sinkt

Von dpa 09.07.2021, 07:40
Eine Spritze liegt auf einem Impfpass.
Eine Spritze liegt auf einem Impfpass. Friso Gentsch/dpa/Illustration

Bremen - Im kleinsten Bundesland Bremen beobachten die Kassenärzte seit rund zwei Wochen, dass die Nachfrage nach Impfterminen sinkt. Dort werden inzwischen immer öfter Astrazeneca-Impfdosen ungenutzt vernichtet. Inzwischen sind im Land Bremen nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagabend 42,1 Prozent aller Menschen vollständig geimpft, 66,5 Prozent haben immerhin schon die erste Spritze erhalten.

Allerdings tut sich nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung ein neues Problem auf: Viele Astrazeneca-Impfdosen müssen ungenutzt vernichtet werden. „Mit der neuen Stiko-Empfehlung hat der Impfstoff von Astrazeneca den finalen Todesstoß erhalten“, sagte der Sprecher der KVHB, Christoph Fox. „Die Praxen bleiben darauf sitzen und müssen den Impfstoff ungenutzt entsorgen. Das schmerzt viele Ärzte und medizinische Fachangestellte, die sich darüber bitterlich bei der KV Bremen beschweren.“

Insgesamt bleibe es bei einem hohen Arbeitsaufwand in den Praxen, teilweise steige er sogar, sagte der Sprecher mit Blick auf die vorige Woche ergangene neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Kreuzimpfung und der Verkürzung des Impfintervalls. Deshalb müssten viele Nachfragen von Patienten bewältig und Termine umgebucht werden.

In den Impfzentren werde weiterhin in unverminderten Tempo geimpft, teilten die Bremer Gesundheitsbehörden mit. Die Geschwindigkeit bei den Zweitimpfungen steige sogar deutlich, sagte Lukas Fuhrmann, Sprecher der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz.

Das habe auch mit den niedrigschwelligen Angeboten in den Stadtteilen und den Impfmobilen zu tun, die weiterhin sehr gut angenommen würden. „Wir rechnen aber in den kommenden Wochen mit einer sinkenden Nachfrage, was auch an der sehr hohen Impfquote in Bremen liegt“, so Fuhrmann.