Nationalsozialismus 

Instagram-Projekt: Widerstandskämpferin Sophie Scholl als Influencerin 

"Ich bin Sophie Scholl" - eine innovative Instagram-Serie zeigt die letzten Tage der deutschen Widerstandskämpferin.

Von Samantha Günther
@ichbinsophiescholl: Instagram-Projekt startet am 4. Mai - Anlässlich des 100. Geburtstags von Sophie Scholl holt das Instagram-Projekt von SWR und BR die Widerstandskämpferin aus den Geschichtsbüchern ins Hier und Jetzt.
Sophie Scholl (Luna Wedler) im Schulbüro. Sie wurde beim verteilen der Flugblätter erwischt. 
@ichbinsophiescholl: Instagram-Projekt startet am 4. Mai - Anlässlich des 100. Geburtstags von Sophie Scholl holt das Instagram-Projekt von SWR und BR die Widerstandskämpferin aus den Geschichtsbüchern ins Hier und Jetzt. Sophie Scholl (Luna Wedler) im Schulbüro. Sie wurde beim verteilen der Flugblätter erwischt.  © SWR/BR/Sommerhaus/Rebecca Rütten

Berlin. Aufgrund ihres Engagements in der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" gegen das Naziregime wurde sie mit nur 21 Jahren in Stadelheim hingerichtet. Am 9. Mai wäre Sophie Scholl 100 geworden. Ein Instagram-Projekt im Auftrag von Südwestrundfunk und Bayerischen Rundfunk erweckt nun die deutsche Widerstandskämpferin der NS-Zeit erneut zum Leben. "Ich bin Sophie Scholl" zeigt die fiktionale Interpretation einer historischen Person.

Das Instagram-Profil begleitet in Echtzeit die letzten zehn Monate im Leben der Münchner Studentin. Bereits am 4. Mai ging das Mammutprojekt @ichbinsophiescholl online, an dem Sophie auch im Jahr 1942 von Ulm nach München reiste, um Philosophie und Biologie zu studieren: "Studieren in der Großstadt, ich freu mich auf alles was kommt", berichtet sie ihren Followern. 

Die Instagram-Serie @ichbinsophiescholl erzählt die Jahre 1942/43 aus der Sicht der Widerstandskämpferin.
Die Instagram-Serie @ichbinsophiescholl erzählt die Jahre 1942/43 aus der Sicht der Widerstandskämpferin.

Aktivitäten in der "Weißen Rose"

Geschichte zum Miterleben - Fotos, Zeichnungen, alte Dokumente und Selfie-Videos: Sophie Scholl, nachgespielt von der jungen Schauspielerin Luna Wedler, erzählt mit ihren Instagram-Posts aus der Ich-Perspektive. Schauspieler Max Hubacher ist als ihr Bruder Hans Scholl zu sehen. 

Thematisiert wird unter anderem die Liebesbeziehung von Sophie Scholl mit ihrem Verlobten Fritz Hartnagel, einem Offizier, der in Russland stationiert war. Keine einfache Beziehung, da die junge Studentin zunehmend an der Liebe zu einem Soldaten zweifelt, der im Auftrag Hitlers tötet.

Thematisiert wird unter anderem die Liebesbeziehung von Sophie Scholl mit Fritz Hartnage.
Thematisiert wird unter anderem die Liebesbeziehung von Sophie Scholl mit Fritz Hartnage.

Aber auch der Alltag in der Universität und ihre Aktivitäten in der "Weißen Rose" werden beleuchtet - ihre Kamera ist immer dabei. Die Insta-Stories deuten an, wie sich die zunächst unpolitische Studentin langsam politisiert. 

Etwa 130 Minuten Videomaterial werden nun häppchenweise via Stories und Reels bis zwei Tage vor ihrer Hinrichtung geteilt. Viel Bewegtbild, welches in 17 Drehtagen an Originalschauplätzen in Berlin und München produziert wurde.

Junge Menschen aufklären und informieren

Die "Weiße Rose" prangerte die Verbrechen der Nazis an und verteilte Flugblätter, um die Menschen aufzurütteln. Am 18. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl bei einer Aktion in München festgenommen. Vier Tage danach wurden die Geschwister Scholl zum Tode verurteilt und hingerichtet.

"Die Weiße Rose Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an die Widerstandsgruppe um Hans und Sophie Scholl im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, vor allem bei jungen Menschen."

Dr. Hildegard Kronawitter, Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung e.V.

Dr. Hildegard Kronawitter, Vorsitzende der "Weiße Rose Stiftung" unterstützt mit Wohlwollen und großer Neugierde die aufregende Instagram-Serie: "Die Weiße Rose Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an die Widerstandsgruppe um Hans und Sophie Scholl im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, vor allem bei jungen Menschen.", so Kronawitter gegenüber dem BR.

Sowie das Social-Media-Projekt verfolgt auch die Stiftung das Interesse: "junge Generationen über den Widerstand im Nationalsozialismus zu informieren und aufzuklären." Inzwischen folgen dem Kanal 728.000 Menschen – Tendenz weiterhin steigend.