Jugendexpertin fordert beim Impfen Vorrang für Junge

Von dpa
Gunda Voigts, Professorin für Theorie und Praxis der Kinder- und Jugendarbeit an der HAW Hamburg.
Gunda Voigts, Professorin für Theorie und Praxis der Kinder- und Jugendarbeit an der HAW Hamburg. Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

Osnabrück - Die Jugendforscherin Gunda Voigts hat sich für Corona-Impfungen für junge Menschen ausgesprochen. „Meine klare Forderung dazu lautet: Jetzt sind die 16- bis 27-Jährigen und wenn möglich auch die ab Zwölfjährigen dran“, sagte Voigts, die auch Mitglied der Kinder- und Jugendkommission Niedersachsen ist, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag). Statt der Aufhebung der Priorisierung würde sie sich wünschen, dass junge Menschen geimpft werden, damit sie wieder Hobbys nachgehen und sich mit ihren Freunden treffen könnten: „Junge Menschen brauchen ihre Freiräume zurück, um gesund aufwachsen zu können.“

Die Professorin der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg betonte, dass sie bei ihrer eigenen Impfung gern einem jungen Menschen den Vortritt gelassen hätte. „Ich habe mit vielen jungen Menschen zu tun, auch in der eigenen Familie. Wenn ich die Wahl hätte, träte ich meine Impfung auf jeden Fall an sie ab“, sagte sie.

Voigts, die zudem Ex-Mitglied der Sachverständigenkommission des Kinder- und Jugendberichts der Bundesregierung ist, nannte die Schließung der Schulen während der Pandemie einen Fehler. „Ich habe von Anfang an dafür geworben, die Schulen offen zu halten, und zwar komplett und unabhängig von Inzidenzen“, sagte sie. „Schulen müssen in Pandemiezeiten Orte für junge Menschen sein, die ihnen das Treffen mit ihren Freunden und Freundinnen ermöglichen.“