Malinkowa und Malink erhalten Nationalpreis der Sorben

Von dpa

Bautzen - Für ihre publizistische Tätigkeit auf dem Gebiet der sorbischen Kulturgeschichte erhalten Trudla Malinkowa und Jan Malink den Ćišinski-Preis 2021. Der Nationalpreis der Sorben ist mit 12.000 Euro dotiert. Aufgrund ihres Engagements in der wissenschaftlichen Gesellschaft, im Sorbischen Evangelischen Verein und ihr Wirken für das sorbische Volk hat sich das Kuratorium für die Wissenschaftler aus Bautzen entschieden, teilte die Stiftung für das sorbische Volk am Mittwoch mit.

Die Kulturwissenschaftlerin Malinkowa ist bekannt für ihre Forschungen zu Auswanderern aus den sorbischen/wendischen Lausitzen im 19. Jahrhundert. Ihr Mann Malink ist als Theologe ein versierter Kenner der evangelisch-sorbischen Kirchengeschichte.

Den Ćišinski-Förderpreis sollen in diesem Jahr Jadwiga und Fabian Kaulfürst erhalten. Das Ehepaar wird für sein vielseitiges und engagiertes Wirken auf dem Gebiet der sorbischen Sprache und Kultur und für die Umsetzung kreativer Projekte ausgezeichnet. So arbeiten der Sorabist und die Sprachwissenschaftlerin unter anderem im Ehrenamt alte sorbische Volkslieder für eine Online-Datenbank auf. In Panschwitz-Kuckau haben sie einen Ćišinski-Pfad ins Leben gerufen. Dieser Weg verbindet Wirkungsstätten des bedeutendsten sorbischen Dichter Jakub Bart-Ćišinski (1856-1909). Der Förderpreis ist mit 4000 Euro dotiert. Verliehen werden die Ehrungen am 16. Oktober 2021 im Sorbischen Museum in Bautzen.

Der Preis ist die höchste Auszeichnung der Sorben und wird im Andenken an den bedeutenden Schriftsteller und Klassiker der sorbischen Literatur verliehen. Der Preis wird in der Regel alle zwei Jahre vergeben. Es werden herausragende Leistungen auf dem Gebiet der sorbischen Kultur, Kunst und Wissenschaft gewürdigt. Nach offiziellen Angaben gibt es etwa 60.000 Sorben und Wenden, von denen zwei Drittel in Sachsen leben.