Mutter erstochen: Angeklagter Sohn ohne Erinnerung

Von dpa
Eine Statue der Justitia mit einer Waage und einem Schwert in ihren Händen.
Eine Statue der Justitia mit einer Waage und einem Schwert in ihren Händen. Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Berlin (dpa/bb) – - Nach dem gewaltsamen Tod einer 58 Jahre alten Frau steht ihr Sohn vor dem Berliner Landgericht. Der 24-Jährige hat zu Prozessbeginn am Freitag über seinen Verteidiger erklärt, er gehe davon aus, dass die Vorwürfe gegen ihn zutreffen, er könne sich jedoch nicht an das Geschehen erinnern. Die getötete 58-Jährige war Anfang März 2021 in ihrer Wohnung im Stadtteil Tempelhof entdeckt worden. Der Sohn wurde am Tatort festgenommen. Die Anklage lautet auf Totschlag. 

Der 24-jährige Deutsche erklärte weiter, er gebe sich selbst und seinem damaligen Drogenkonsum die Schuld. Während der Corona-Pandemie sei sein Konsum von Cannabis erheblich gestiegen, so der damalige Student. Auch an die Tage vor dem tödlichen Angriff gegen seine Mutter habe er nur eine bruchstückhafte Erinnerung. Er habe seine Mutter geliebt und habe keine Erklärung für das Geschehen. 

Der Angeklagte soll seine Mutter am Morgen des 3. März in der gemeinsamen Wohnung mit einem Küchenmesser angegriffen haben. Im Flur soll er ihr mehrere Stiche in den Rücken sowie in den Hals- und Kopfbereich zugefügt haben. Die Frau sei noch am Tatort gestorben. 

Ein Polizeibeamter sagte als erster Zeuge, der Angeklagte habe teilnahmslos gewirkt, als er in der Wohnung festgenommen wurde. Zum Tatgeschehen habe er sich nicht geäußert. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Sohn wegen einer akuten psychotischen Störung bei der Tat nur vermindert schuldfähig gewesen sei. Der Prozess, für den vier weitere Tage vorgesehen sind, wird am 27. August fortgesetzt.