Pflege in Hamburg teurer als im Bundesschnitt

Von dpa 07.07.2021, 05:57
Eine Pflegefachkraft zieht einem Klienten einen Kompressionsstrumpf an.
Eine Pflegefachkraft zieht einem Klienten einen Kompressionsstrumpf an. Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Berlin/Hamburg - Pflegebedürftige und ihre Familien müssen in Hamburg mehr für die Pflege bezahlen als im Bundesschnitt. Zum 1. Juli lagen die Kosten im Schnitt bei 2143 Euro pro Monat, wie aus Daten des Verbands der Ersatzkassen hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Bundesweit mussten im Schnitt monatlich 2125 Euro bezahlt werden. Im Vergleich der Bundesländer am teuersten bleiben Heimplätze in Nordrhein-Westfalen mit durchschnittlich 2496 Euro. Am niedrigsten ist die Belastung für Heimbewohner in Sachsen-Anhalt mit 1539 Euro im Monat.

Seit Jahresanfang seien die im bundesweiten Schnitt zu zahlenden Anteile um 57 Euro gestiegen, im Vergleich zum 1. Juli 2020 sogar um 110 Euro. In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. In Hamburg sind das 775 Euro (Bundesschnitt: 873 Euro). Denn die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten.

Für Heimbewohner kommen daneben aber noch Kosten für Unterkunft und Verpflegung hinzu. In Hamburg sind das monatlich 802 Euro, während der Bundesschnitt bei 791 Euro im Monat liegt. Die größte Spreizung zwischen den Hamburger und Bundeskosten gibt es bei den Investitionen in die Einrichtungen. Während Pflegebedürftige und ihre Familien im Bundesschnitt dafür 461 Euro im Monat ausgeben müssen, sind es in Hamburg nach Angaben des Verbands der Ersatzkassen 566 Euro.

Entlastung soll eine Pflegereform bringen, die die Koalition noch beschlossen hat. Heimbewohner bekommen demnach ab 1. Januar 2022 einen neuen Zuschlag. Der Eigenanteil für die reine Pflege soll damit im ersten Jahr im Heim um 5 Prozent sinken, im zweiten Jahr um 25 Prozent, im dritten Jahr um 45 Prozent und ab dem vierten Jahr um 70 Prozent.

Die Vorstandschefin des Verbandes der Ersatzkassen, Ulrike Elsner, sagte der dpa, diese „kleine Pflegereform“ reiche bei weitem nicht aus. Es gelte, Pflegebedürftige spürbar zu entlasten und die Finanzierung langfristig zu sichern. Nötig sei unter anderem ein dauerhaft höherer Steuerzuschuss für die Pflegeversicherung.