Prozess wegen versuchten Totschlags mit Fleischerbeil

Von dpa

Hamburg - In einem Prozess um beinahe tödliche Schläge mit einem Fleischerbeil muss sich seit Dienstag ein Koch vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 45-Jährigen versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor. Bei einem Streit in Hamburg-Bergedorf soll der Nepalese am 2. Dezember vergangenen Jahres seinen Kontrahenten mit einem Fußtritt von einer Treppe gestoßen haben.

Dann habe der Angeklagte das Beil aus dem Hosenbund gezogen und dem auf dem Boden liegenden Mann damit viermal wuchtig auf den Kopf geschlagen. Das Opfer erlitt lebensgefährliche Verletzungen und konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden, wie die Staatsanwaltschaft erklärte.

Hintergrund der Tat war nach Angaben eines Gerichtssprechers ein Streit um eine Restaurantgründung. Der Angeklagte habe 9000 Euro beigesteuert und nach der Trennung der Partner seine Einlage zurückgefordert. Außerdem habe er auf angeblich ausstehende Lohnzahlungen bestanden.

Am Tattag seien der Restaurantbetreiber, der sein Alter am Dienstag als Zeuge mit 51 Jahren angab, und dessen Ehefrau zur Wohnung des Angeklagten in einem Mehrfamilienhaus gekommen, um über die Forderung zu sprechen. An der Haustür seien sie in Streit geraten. Der 45-Jährige soll laut Anklage der 37-jährigen Frau einen Faustschlag ins Gesicht versetzt haben, so dass sie bewusstlos zu Boden fiel. Anschließend seien die Männer mit Fäusten aufeinander losgegangen.

Als Zeugen auf die Tat aufmerksam wurden, sei der Angeklagte geflüchtet, erklärte die Staatsanwaltschaft. Mehrere Stunden später stellte er sich der Polizei. Zum Prozessauftakt wollte sich der 45-Jährige nicht zu den Vorwürfen äußern.