Rave trotz Corona: Modellprojekt in Hannover zieht Bilanz

Von dpa 31.08.2021, 13:13 • Aktualisiert: 01.09.2021, 22:17

Hannover - Wie fühlt sich Tanzen und Feiern in der Pandemie an? Zu einem Modellprojekt in Hannover mit Hunderten Partygästen sind erste Erkenntnisse vorgestellt worden. Fast alle der rund 2000 Befragten äußerten demnach ein hohes Sicherheitsgefühl bei den vier Veranstaltungen unter freiem Himmel, wie die Organisatoren von „Back to dance“ mitteilten.

Eine Projektgruppe - unter anderem mit Veranstaltern niedersächsischer Open-Air-Festivals -, hatte die Party-Reihe mit elektronischer Musik im Juni und Juli organisiert; Sozialwissenschaftler der Leibniz Universität führten die Befragung durch.

Insbesondere die 3G-Regel als Zugangsvoraussetzung sei auf große Zustimmung getroffen, hieß es. Auch eine hohe Bereitschaft zur vorherigen Durchführung eines Schnelltests sei deutlich geworden. Bedenken seien bei der Gästezahl aufgekommen (bis zu 600), hätten sich aber vor Ort aufgelöst.

Weniger Zuspruch fanden der nun vorgestellten Auswertung zufolge Tests trotz vollständigem Impfschutz, die beim ersten Rave vorgeschrieben waren. Kritisiert wurde auch die Maskenpflicht auf der Tanzfläche, da sie die soziale Interaktion sehr eingeschränkt habe. Das Tragen einer Maske bei hohen Temperaturen wurde in Frage gestellt, weil diese schnell durchweichten. Die größte Kritik erntete die Benutzung der Luca-App aufgrund von Datenschutz-Lücken und Funktionsfehlern.

Die Studie nahm nicht nur die Infektionsschutzmaßnahmen, die bei den vier Veranstaltungen wechselten, in den Blick. Das Feedback der Befragten zeige, dass diese Art von Kulturveranstaltungen einen essentiellen Teil ihres Lebens darstelle, der Räume für ein soziales Miteinander und der psychischen Erholung schaffe. „Tanzveranstaltungen haben im Leben der Interviewten einen festen Platz, um das Leben erträglicher und lebenswerter zu machen“, sagte Timon Ahlborn von der Leibniz Universität.

Das Gesundheitsamt der Region Hannover begleitete das Projekt. Bei keiner der vier Veranstaltungen gab es den Angaben zufolge Infektionsfälle.