Rücknahme der Elbvertiefung bei Konferenz gefordert

Von dpa

Cuxhaven - Die Rücknahme der jüngsten Elbvertiefung haben Teilnehmer bei einer Konferenz in Cuxhaven gefordert. „Die Vernichtungen in der Tier- und Pflanzenwelt, der kaum noch zu bewältigende Schlickanfall, die neuen Gefahren für die Deiche und die gewachsenen Sicherheitsrisiken durch die Großschifffahrt haben die ökologisch wertvolle Flusslandschaft an der Unterelbe auf eine Zweckbestimmung als Gütertransportweg reduziert“, hieß es in der Abschlusserklärung der Veranstaltung, zu der der Ortsverband der Grünen am Samstag eingeladen hatte.

Der ehemalige niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel bezeichnete die Elbvertiefungen als einen sowohl „ökologischen als auch ökonomischen Jahrhundertfehler“. Niemand werde so tief baggern können, „dass Kai-Anlagen so weit im Binnenland auf Dauer gegen die Konkurrenz der seetiefen Häfen an der Nordsee und im Mittelmeer bestehen können“, wird Wenzel in einer Mitteilung zitiert. Die vor Jahren entwickelte Initiative für einen gemeinsamen Tiefwasserhafen in Norddeutschland müsse wieder auf die politische Tagesordnung kommen.

In Deutschland gibt es einen Tiefwasserhafen - den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven. Er wurde im September 2012 eröffnet.

Die Elbe zwischen Hamburg und der Nordsee wurde bereits mehrfach den Anforderungen der Schifffahrt angepasst. Diesmal wurde der Fluss so ausgebaggert, dass auf ihm Schiffe mit einem Tiefgang von 13,50 Meter unabhängig von Ebbe und Flut fahren können. Tideabhängig soll die Elbe für Schiffe mit einem Tiefgang von maximal 14,50 Metern passierbar sein. Von niedersächsischer Seite hatte es viele Bedenken gegen die Elbvertiefung gegeben, unter anderem von Umweltschützern und Obstbauern.