Vergleich

Sachsen-Anhalts Kinder und Jugendliche gut geimpft

Die Bereitschaft von Kindern und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt, sich impfen zu lassen, ist im bundesweiten Vergleich recht gut. In der Pandemie gab es aber deutlich weniger Pikse, wie eine Auswertung zeigt. Vor allem eine Impfung wurde viel seltener verabreicht.

Von dpa Aktualisiert: 26.11.2022, 21:53
Ein Pflaster klebt nach der Corona-Impfung in Essen auf dem Arm eines Mädchens.
Ein Pflaster klebt nach der Corona-Impfung in Essen auf dem Arm eines Mädchens. Mona Wenisch/dpa/Archivbild

Magdeburg - Kinder und Jugendliche in Sachsen-Anhalt sind in der Corona-Pandemie seltener gegen Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps oder Röteln geimpft worden als zuvor. Im bundesweiten Vergleich stehen sie beim Impfen aber weiter gut da. Das zeigt eine Analyse der Krankenkasse DAK-Gesundheit.

Im Vergleich zum Jahr 2019 nahm die Zahl der mindestens einmal Geimpften 2021 um acht Prozent ab, wie die Krankenkasse mitteilte. Der Rückgang sei bundesweit mit minus elf Prozent jedoch höher ausgefallen. Damit seien im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt hochgerechnet rund 21.000 weniger Kinder und Jugendliche geimpft worden als noch 2019. Betrachtet wurden alle Impfungen außer Covid-19.

Der Krankenkasse zufolge ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die eine Impfung erhalten haben, hierzulande höher ausgefallen als in vielen anderen Bundesländern. So erhielten in Sachsen-Anhalt im Jahr 2021 mehr als 37 Prozent der DAK-versicherten Kindern und Jugendlichen mindestens eine Impfung. Damit rangiere Sachsen-Anhalt im Länderranking auf dem fünften Platz. Im Bundesdurchschnitt habe der Anteil bei rund 33 Prozent gelegen. Vor Sachsen-Anhalt liegen Bayern, Sachsen, Baden-Württemberg und das Saarland.

Einen überdurchschnittlich hohen Rückgang stellten die Experten allerdings bei den HPV-Impfungen fest. Dort seien die Erstimpfungen um 38 Prozent (Bund: minus 24 Prozent) zurückgegangen. Bei den Mädchen habe das Minus bei 24 Prozent gelegen, bei Jungen waren es 47 Prozent. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die HPV-Impfung seit 2007 für Mädchen und seit 2018 für Jungen als Krebsvorsorge. Die Humanen Papillomviren werden sexuell übertragen und können Gebärmutterhalskrebs, Anal- und Peniskrebs sowie Krebs im Mund-
Rachen-Raum verursachen.

Für die repräsentative Auswertung wurden der DAK-Gesundheit zufolge Abrechnungsdaten von rund 18.500 bei ihr versicherten Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren untersucht. Es seien Daten aus 89.000 Arztbesuchen und 18.000 Impfungen eingeflossen. In Sachsen-Anhalt sind bei der DAK-Gesundheit den Angaben zufolge rund 115.000 Menschen versichert.