Wahlen

Sachsen wählt den Bundestag

Am 26. September wird der 20. Deutsche Bundestag gewählt. In Sachsen sind rund 3,3 Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen. Unter Corona-Bedingungen ist diesmal manches anders.

Von dpa 20.09.2021, 11:08 • Aktualisiert: 22.09.2021, 06:05
Ein Muster von einem Stimmzettelumschlag für die Briefwahl bei der Bundestagswahl 2021 liegt auf einem Tisch.
Ein Muster von einem Stimmzettelumschlag für die Briefwahl bei der Bundestagswahl 2021 liegt auf einem Tisch. Julian Stratenschulte/dpa

Dresden - Rund 3,3 Millionen Wahlberechtigte in Sachsen können bei der Wahl zum neuen Bundestag am 26. September in 16 Wahlkreisen ihre Stimme abgeben. Landesweit sind etwa 126.000 Menschen erstmals zu einer Bundestagswahl wahlberechtigt. Es ist die erste Wahl im Freistaat, die unter den Bedingungen der Corona-Pandemie stattfindet.

DIE WAHLKREISE

Im Land gibt es insgesamt 16 Wahlkreise: Nordsachsen, Leipzig I, Leipzig II, Leipziger Land, Meißen, Bautzen I, Görlitz, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Dresden I, Dresden II - Bautzen II, Mittelsachsen, Chemnitz, Chemnitzer Umland - Erzgebirgskreis II, Erzgebirgskreis I, Zwickau, Vogtlandkreis.

PARTEIEN UND BEWERBER

Der Landeswahlausschuss hat für die Bundestagswahl 22 Parteien mit Landeslisten zugelassen. Neben den großen Parteien betrifft das unter anderem auch die Partei der Humanisten, das Team Todenhöfer - Die Gerechtigkeitspartei und die Partei für Gesundheitsforschung. Über die Landeslisten bewerben sich 235 Frauen und Männer für ein Mandat. Hinzu kommen 190 Kandidatinnen und Kandidaten für ein Direktmandat. 117 Personen treten auf Landeslisten und als Direktkandidat an.

BRIEFWAHL-BETEILIGUNG

In Sachsen zeichnet sich ein Rekord bei der Briefwahl ab. Allein in Dresden und Leipzig gingen gut zwei Wochen vor der Wahl jeweils mehr als 100.000 Anträge auf Briefwahl ein, eine deutliche Steigerung zu vergangenen Wahlen. In Chemnitz waren zu diesem Zeitpunkt von 189.000 Wahlberechtigten 44.000 Anträge auf Briefwahl eingegangen. Die Briefwahl kann noch bis zum 24. September beantragt werden. Der Anteil der Briefwähler wächst in Deutschland seit Jahren. In der Corona-Pandemie - mit Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen - hat sich der Trend noch einmal massiv verstärkt.

BESONDERES

Spannend dürfte es beispielsweise im Wahlkreis Dresden I werden. Hier trifft die frühere Bundesvorsitzende der Linken, Katja Kipping, unter anderen auf den AfD-Rechtsaußen Jens Maier und den vormaligen FDP-Generalsekretär Torsten Herbst. Im Wahlkreis Görlitz will AfD- Bundeschef Tino Chrupalla das 2017 gegen den heutigen sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) errungene Direktmandat verteidigen. Marco Wanderwitz (CDU), Ostbeauftragter der Bundesregierung, tritt im Wahlkreis Chemnitzer Umland - Erzgebirgskreis II an. Corinna Franke-Wöller, Ehefrau des sächsischen Innenministers Roland Wöller (beide CDU), muss sich im Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge unter anderem gegen den Linke-Bundestagsabgeordneten André Hahn behaupten.

WÄHLEN UNTER CORONA-BEDINGUNGEN

In den Wahllokalen gelten die Abstands- und Hygieneregeln zum Infektionsschutz. Auch eine Maske muss getragen werden. Auf eine Kontaktnachverfolgung und einen 3G-Nachweis (geimpft - genesen - getestet) will man aber verzichten.

WAHLHELFENDE

Tausende Wahlhelferinnen und Wahlhelfer werden am Sonntag im Einsatz sein: Allein in Chemnitz werden 1700 Helfer benötigt, wie die Stadt mitteilt. 2000 Menschen haben sich demnach für das Ehrenamt bereit erklärt. „Erfahrungsgemäß ist allerdings bis zum Wahltag noch mit Ausfällen zu rechnen, so dass dann auf den derzeit bestehenden Reservebestand zurückgegriffen werden kann“, teilte die Stadt mit. Ähnlich ist die Situation in Leipzig, wo auf 4800 Posten 5900 Freiwillige kommen. Mehr als 5000 Wahlhelfer stehen in Dresden bereit. Um bei kurzfristigen Ausfällen Ersatz zu haben, könnten sich erfahrene Freiwillige noch bei der Stadt melden, hieß es. In vielen Städten bekommen die Helfenden ein „Erfrischungsgeld“ zwischen 30 und 65 Euro für ihren Einsatz.