Senat beschließt „Vertrag für Hamburgs Stadtgrün“

Von dpa
Menschen genießen auf den Alsterwiesen die Sonne.
Menschen genießen auf den Alsterwiesen die Sonne. Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild

Hamburg - Behörden, Bezirke und öffentliche Unternehmen müssen künftig den Schutz des Hamburger Stadtgrüns garantieren. Der rot-grüne Senat hat nach eigenen Angaben am Dienstag einen entsprechenden „Vertrag für Hamburgs Stadtgrün“ beschlossen und unterzeichnet. Darin verpflichten sich alle Beteiligten trotz Bauboom und Bevölkerungswachstum zu einem Erhalt des Grünanteils in der Stadt. Der Vertrag fußt auf einer Einigung der Hamburgischen Bürgerschaft mit der von der Umweltorganisation Nabu initiierten Volksinitiative „Hamburgs Grün erhalten“ aus dem Jahr 2019. Zu seiner Umsetzung stünden jährlich 12,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) sprach von einem respektablen Versprechen. „Wenn man das grob zusammenfasst, dann gehen wir in Richtung 40 Prozent der Landesfläche, wo der Senat garantiert, dass das nicht bebaut wird, sondern grün bleibt.“ Das gebe es bislang in keiner anderen Großstadt in Deutschland. „Darum hat es ja auch ein bisschen gedauert, den Vertrag auszuhandeln, weil wir sichergehen wollten, dass das nicht nur ein leeres Versprechen bleibt, weil natürlich eine genauso große Herausforderung die Schaffung von Wohnraum ist“, sagte Kerstan.

Dem Vertrag zufolge wird nach Angaben der Umweltbehörde sichergestellt, dass künftig mindestens zehn Prozent der Landesfläche unter Naturschutz stehen (derzeit sind es 9,71 Prozent) und der schutzbedürftige Anteil der Landschaftsschutzgebiete sowie des Biotopverbunds bei 18,9 Prozent beziehungsweise 23,2 Prozent der Landesfläche bleibt. Zudem werde der Schutz des Grünen Netzes mit seinen zwölf Landschaftsachsen, zwei Grünen Ringen, gesamtstädtisch bedeutsamen Grünverbindungen und öffentliche Grün- und Erholungsanlagen umgesetzt.

Derzeit gibt es den Angaben zufolge in Hamburg 36 Naturschutzgebiete. Rund vier Prozent der Landesfläche bestehen den Angaben zufolge aus Parks, acht Prozent aus Wasser und 25 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt. Neben mehr als 1500 Pflanzenarten gebe es in Hamburg 187 Vogel-, 54 Säugetier-, 17 Amphibien- und 56 Libellenarten sowie zahlreiche andere Insekten.