Kriminalität

Tötung von 16-Jähriger: Verzicht auf Täterbeschreibung

Von dpa 22.09.2021, 13:12 • Aktualisiert: 24.09.2021, 00:01
Eine Figur der blinden Justitia.
Eine Figur der blinden Justitia. Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Großröhrsdorf - Im Fall der vor einer Woche getöteten 16-Jährigen im Landkreis Bautzen verzichten die Ermittler auf eine Täterbeschreibung. „Eine solche Beschreibung hilft nur dann weiter, wenn sie geeignet ist, einen bestimmten Personenkreis einzugrenzen“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Görlitz am Mittwoch. Das sei hier nicht der Fall, weil nur Geschlecht und eine grobe Beschreibung der Kleidung vorhanden seien. Der Zeuge habe in der Nähe des Tatorts zwar einen männlichen Verdächtigen gesehen, sich aber in erster Linie um die Schwerverletzte gekümmert.

Der genaue Hergang und ein mögliches Motiv der Tat am vergangenen Mittwoch sind weiter unklar. Bislang hat die Polizei nur mitgeteilt, dass ein Zeuge am Nachmittag eine schwer verletzte junge Frau im Bereich eines Garagenkomplexes in Großröhrsdorf gemeldet haben soll. Dort hätten die Beamten die Jugendliche gefunden. Sanitäter und Notarzt reanimierten die 16-Jährige und brachten sie ins Krankenhaus, wo sie später starb. Die Obduktion des Opfers ergab, dass die Frau an Stichverletzungen gestorben ist.

Die Polizei sucht derzeit im Umfeld der Getöten nach dem Täter und vernimmt Zeugen. Sie warnt vor Spekulationen über Hintergründe der Tat in den sozialen Medien. Solche Spekulationen hätten am Samstag bereits dazu geführt, dass sich in Großröhrsdorf ein Mann dazu berufen gefühlt habe, selbstständig gegen einen mutmaßlichen Täter vorzugehen. „Die Polizei konnte das aber noch vereiteln und hat mit den Parteien gesprochen“, sagte der Sprecher. Wer Hinweise zu der Tat habe, solle auf keinen Fall auf eigene Faust ermitteln, sondern sich an die Polizei wenden.