Trotz Corona-Krise mehr neue Stiftungen in Sachsen

In ganz Deutschland wurden 2020 so viele Stiftungen gegründet wie seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr. Sachsen ist Spitzenreiter unter den ostdeutschen Bundesländern.

Von dpa

Berlin/Leipzig - Im Corona-Krisenjahr 2020 sind in Sachsen 18 Stiftungen gegründet worden. Laut dem Bundesverband Deutscher Stiftungen hat der Freistaat mit 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eine der höchsten Wachstumsraten aller Bundesländer. Der Durchschnitt liegt bei 2,8 Prozent. Mit nun 617 rechtsfähigen Stiftungen bürgerlichen Rechts ist das Land weiterhin Spitzenreiter unter den ostdeutschen Bundesländern.

Mit Blick auf die Stiftungsdichte - dem Verhältnis von Stiftungen zu Einwohnerinnen und Einwohnern - liegt Sachsen mit 15,2 Stiftungen pro 100.000 Menschen weit unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 29. Hinter dem Freistaat rangieren lediglich Sachsen-Anhalt (14,4), Mecklenburg-Vorpommern (10,4) sowie Brandenburg mit 10,1.

Stiftungsreichste Stadt in Sachsen ist Dresden mit 29 Stiftungen pro 100.000 Menschen. Die Landeshauptstadt belegt damit - wie bereits im Vorjahr - Platz 50 im Städteranking des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.

Bundesweit wuchs der Stiftungssektor mit 712 Neugründungen so stark wie seit 2011 nicht mehr. Der Bundesverband mit mehr als 4500 Mitgliedern vertritt nach eigenen Angaben die Interessen der Stiftungen in Deutschland. Insgesamt gibt es nach Verbandsangaben 23.876 rechtsfähige Stiftungen des bürgerlichen Rechts in Deutschland.

Nach Angaben des Bundesverbandes waren Stiftungen in der Pandemie eine wichtige Säule, um den Herausforderungen in der Gesellschaft entgegenzutreten. Dazu zählten auch die große Zahl an stiftungsgeführten Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe sowie an Krankenhäusern. Eine interne Umfrage hatte ergeben, dass sich weniger als ein Prozent der befragten Stiftungen wegen der Pandemie mit Auflösung oder Zusammenlegung beschäftigt hätten.