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Tschentscher: Scholz als Kanzler wäre ein Gewinn für Hamburg

Von dpa 10.09.2021, 06:38 • Aktualisiert: 12.09.2021, 07:29
Peter Tschentscher (SPD), Hamburgs Erster Bürgermeister, spricht.
Peter Tschentscher (SPD), Hamburgs Erster Bürgermeister, spricht. Axel Heimken/dpa

Hamburg - Für Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher wäre es großer Gewinn für die Hansestadt, wenn Olaf Scholz als sein Vorgänger im Amt Bundeskanzler würde. Dann würden die Richtlinien der Politik von jemanden bestimmt, der die Probleme und Anforderungen der Länder kenne, sagte Tschentscher in einem Interview der Tageszeitung „Die Welt“ Hamburg (Freitag). „Zuletzt war es doch so, dass wir Länder kaum Unterstützung aus der Bundespolitik hatten.“

Ob bei der Digitalisierung, dem Klimaschutz, der Energie- und Verkehrswende - das könnten die Länder und Gemeinden nicht allein aus eigener Kraft stemmen. „Wir müssen für die großen Aufgaben, die vor uns liegen, die Kräfte von Bund, Ländern und Gemeinden bündeln, damit Deutschland insgesamt vorankommt“, sagte Tschentscher.

Einen möglichen Wechsel nach Berlin im Falle eines SPD-Wahlsiegs, etwa als Bundesgesundheitsminister, schloss Tschentscher aus. „Nein, das kommt für mich nicht in Frage, auch wenn ich vor der Politik sehr gerne in meinem Beruf als Mediziner tätig war.“ Das Amt des Ersten Bürgermeisters sei sehr spannend, es gebe in Hamburg noch viel zu tun, und er sei ja auch gerade erst im vergangenen Jahr wiedergewählt worden.

Mit Blick auf die Corona-Pandemie sagte Tschentscher der Zeitung, er gehe davon aus, dass künftig die Belegung der Intensivstationen mit Covid 19-Patienten ins Zentrum rücken werde. „Noch ist die Lage vertretbar, aber 120 Patientinnen und Patienten auf den Hamburger Intensivstationen, wie es im Frühjahr war, das darf nicht wieder vorkommen.“

Er hoffe, dass die Lage Ende des Jahres besser sei. „Wir haben in den letzten Monaten große Fortschritte bei der Impfquote erreicht und gehen jetzt aktiv auf diejenigen zu, die bisher noch gezögert haben.“ Für einen endgültigen Ausweg aus der Pandemie sei die Mitwirkung der bisher noch Ungeimpften nötig, „dass sie sich selber, aber eben auch das Gemeinwesen schützen“.