Dichter Rauch über Dresden

Waldbrände in Sachsen und Brandenburg weiten sich aus - Katastrophenalarm

Die Waldbrände im südlichen Brandenburg und in der sächsischen und böhmischen Schweiz weiten sich weiter aus. Im beliebten Wandergebiet zwischen Sachsen und Tschechien sprechen die Einsatzkräfte von einer „Hölle“. Sachsens Landeshauptstadt Dresden liegt seit zwei Tagen unter einer Rauchwolke.

26.07.2022, 10:56
Im deutsch/tschechischen Grenzgebiet brennt der Wad im Nationalpark Böhmische Schweiz in Hrenskolichterloh. 
Im deutsch/tschechischen Grenzgebiet brennt der Wad im Nationalpark Böhmische Schweiz in Hrenskolichterloh.  Foto:Robert Michael/dpa

Sebnitz/Bad Schandau/Falkenberg/dpa/DUR – Die Waldbrände im südlichen Brandenburg sowie im deutsch-tschechischen Grenzgebiet an der Elbe weiten sich immer mehr aus. Hunderte Feuerwehrleute sind an beiden Brandherden im Einsatz. Teilweise wurde Katastrophenalarm ausgerufen.

In der sächsischen und böhmischen Schweiz in Sachsen ist derzeit ein Gebiet vom Prebischtor und Hrensko in Tschechien bis zum Großen Winterberg in Sachsen betroffen. Zur genauen Fläche, die in dem unwegsamen, felsigen Gebiet in Flammen steht, konnte ein Sprecher Landratsamtes Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Dienstagmorgen keine Angaben machen. Touristen sollten die hintere Sächsische Schweiz meiden.

Der bei Touristen beliebte Ort Hrensko an der deutsch/tschechischen Grenze - die Feuer reichen fast bis an die historischen Häuser. 
Der bei Touristen beliebte Ort Hrensko an der deutsch/tschechischen Grenze - die Feuer reichen fast bis an die historischen Häuser. 
Foto: Hájek Vojtìch/CTK/dpa

Die Einsatzkräfte hätten sich zu ihrem eigenen Schutz in der Nacht zurückgezogen. Seit Dienstagmorgen 6.00 Uhr laufe die aktive Brandbekämpfung mit frischen Einsatzkräften. Derzeit seien 250 Feuerwehrleute und Kräfte der Bundes- und Landespolizei im Einsatz. Zur Brandbekämpfung seien auch zwei Wasserwerfer mit jeweils 10.000 Litern Fassungsvermögen und zwei Hubschrauber im Einsatz. Die Wasserversorgung erfolge etwa von der Elbe.

Der Waldbrand breitet sich im Nationalpark Sächsische Schweiz aus. Die Einsatzkräfte kämpfen auch mit Löschhubschraubern.
Der Waldbrand breitet sich im Nationalpark Sächsische Schweiz aus. Die Einsatzkräfte kämpfen auch mit Löschhubschraubern.
Foto: Robert Michael/dpa

Im südlichen Brandenburg sollen derweil weitere Ortschaften evakuiert werden. Es sei vorsorglich die Evakuierung des zur Stadt Mühlberg gehörenden Gemeindeteils Lönnewitz und des zur Gemeinde Vierlinden gehörenden Ortsteils Marxdorf angedacht, sagte eine Sprecherin des Landkreises Elbe-Elster am Dienstag. Die Entscheidung über eine entsprechende Anordnung soll im Tagesverlauf gefällt werden.

Waldbrand in Brandenburg: Verbrannte Baumstümpfe qualmen in einem Waldgebiet während eines Waldbrandes. 
Waldbrand in Brandenburg: Verbrannte Baumstümpfe qualmen in einem Waldgebiet während eines Waldbrandes. 
Foto: Jan Woitas/dpa

Bereits evakuiert wurden die zur Stadt Falkenberg an der Elster gehörenden Ortschaften Kölsa, Kölsa-Siedlung und Rehfeld, betroffen waren demnach rund 700 Einwohner. Der Großbrand lodere weiter, teilte der Landkreis mit. Das Einsatzgebiet umfasst demnach mittlerweile rund 850 Hektar. "Bislang ist nicht absehbar, wann der Brand unter Kontrolle ist", hieß es weiter. Es werde mit mehreren Tagen gerechnet.

Die Feuerwehr in Brandenburg kämpft weiter gegen einen großen Waldbrand im Landkreis Elbe-Elster.
Die Feuerwehr in Brandenburg kämpft weiter gegen einen großen Waldbrand im Landkreis Elbe-Elster.
Foto: Jan Woitas/dpa

Die Behörden hatten am Montagnachmittag eine Großschadenslage ausgerufen. Das aus zunächst unbekannter Ursache ausgebrochene Feuer in einem Waldgebiet mit Windkraftanlagen breitete sich - angetrieben durch heftige Sturmböen - rasch aus. Auch brannte eine Schweinemastanlage nieder.

Beim Großbrand in der  Region Falkenberg /Elster ging eine Schweinemastanlage in Flammen auf. 
Beim Großbrand in der  Region Falkenberg /Elster ging eine Schweinemastanlage in Flammen auf. 
Foto: Frank Hammerschmidt/dpa

Insgesamt waren 350 Kräfte im Einsatz, davon wurden sieben verletzt. Zudem wurden Bundeswehr- und Polizeihubschrauber für den Löscheinsatz und die Lagebeobachtung angefordert. Für die Wasserentnahme der Helikopter sprach der Landkreis für den Kiebitzsee ein Badeverbot aus. Auch ein Teil der Bundesstraße 183 wurde gesperrt.