HochschulenWohnheimplätze für Studierende sind stark nachgefragt

Das Studierendenwerk Thüringen bietet in zahlreichen Immobilien im Land Wohnungen für junge Menschen an. Eine dieser Wohnungen zu bekommen, ist allerdings alles andere als einfach. Die Nachfrage ist oft deutlich größer als das Angebot.

Von dpa Aktualisiert: 02.12.2022, 22:17
"Studierendenwerk Thüringen" steht auf dem Schild vor einem Studentenwohnheim.
"Studierendenwerk Thüringen" steht auf dem Schild vor einem Studentenwohnheim. Martin Schutt/dpa/Archivbild

Erfurt (dpa/th) – - Für Studierende in Thüringen ist es vielerorts sehr schwer, einen Platz in einem Wohnheim des Studierendenwerks zu finden. Im Wintersemester 2022/2023 habe die Nachfrage nach solchen Plätzen 7,4 Prozent über dem Vorjahreszeitraum gelegen, heißt es in der Antwort des Thüringer Wissenschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der FDP-Abgeordneten Dirk Bergner und Thomas Kemmerich. „Der hohen Nachfrage stand nur eine begrenzte Zahl an freien Plätzen beim Studierendenwerk gegenüber.“ Insbesondere in Jena, Nordhausen und Schmalkalden sei auf einen freien Wohnplatz ein Vielfaches an Bewerberinnen und Bewerber gekommen. Dennoch will das Ministerium nicht von einer Wohnungsnot für Studierende in Thüringen sprechen.

Das Studierendenwerk Thüringen betreibt nach eigenen Angaben Wohnanlagen in den Hochschulorten Jena, Weimar, Erfurt, Ilmenau, Schmalkalden und Nordhausen. Wer dort wohnt, zahlt eine Pauschalmiete, bei der alle Betriebskosten bereits enthalten sind. Die Mietpreise für die Plätze in den Wohnheimen liegen in der Regel bei etwa 200 bis 300 Euro pro Monat.

In Erfurt, Ilmenau und Weimar hätten sich im Schnitt drei Studierende auf einen freien Wohnheimplatz beworben, schreibt das Ministerium in seiner Antwort an die beiden FDP-Politiker. In welchen Hochschulstädten junge Menschen keinen Wohnheimplatz gefunden und sich deshalb für ein Studium an einer anderen Universität oder Fachhochschule entschieden hätten, kann das Ministerium nicht sagen. „Entsprechende Daten werden – mangels Information der möglicherweise betroffenen Studierenden – vom Studierendenwerk Thüringen nicht erhoben und liegen somit nicht vor.“

Dass trotz der Knappheit an Plätzen in Studentenwohnheimen nicht von einer Wohnungsnot für Studierende in Thüringen gesprochen werden könne, begründet das Ministerium mit Erfahrungswerten. So sei die Wohnsituation zu Beginn eines jeden Wintersemesters für Studierende auch in Thüringen stets angespannt, heißt es in der Antwort auf die Kleine Anfrage. „Sie entspannt sich jedoch bereits nach kurzer Zeit, nachdem Unterkünfte auf dem privaten Wohnungsmarkt gefunden wurden.“