Gruppe «Letzte Generation»

Hörsaal der Uni Leipzig weiterhin von Klima-Aktivisten besetzt

Klima-Aktivisten haben in Leipzig erneut für Aufsehen gesorgt. Seit zwei Tagen besetzen etwa 20 Mitglieder der Gruppe «Letzte Generation» den größten Hörsaal der Uni in der Messestadt. Zu Wochenbeginn hatten sie sich an eine viel befahrene Straße geklebt.

Aktualisiert: 13.05.2022, 11:19
Aktivisten der Gruppe "Letzte Generation" besetzen das Audimax an der Universität Leipzig und fordern, dass die Rektorin Wirtschaftsminister Habeck öffentlich um eine Lebenserklärung für jetzige und kommende Generationen bittet.
Aktivisten der Gruppe "Letzte Generation" besetzen das Audimax an der Universität Leipzig und fordern, dass die Rektorin Wirtschaftsminister Habeck öffentlich um eine Lebenserklärung für jetzige und kommende Generationen bittet. (Foto: dpa/picture alliance)

Leipzig/dpa - Sie schlafen auf Bänken oder auf dem Boden: Die zweite Nacht in Folge haben Klima-Aktivisten den größten Hörsaal der Uni Leipzig besetzt. Eine Einigung ist noch nicht in Sicht, aber die Aktivisten räumen bereits auf.

Klima-Aktivisten haben die Besetzung des größten Hörsaals der Universität Leipzig fortgesetzt - am dritten Tag in Folge. Etwa 35 Mitglieder hätten die zweite Nacht in dem Audimax verbracht, sagte eine Sprecherin der Gruppe «Letzte Generation» am Freitagmorgen. Sie hätten auf Bänken oder auf dem Boden mit Isomatten und Schlafsäcken geschlafen. Am Mittwochabend hatten die Aktivisten nach einer Veranstaltung die Bühne des Audimax betreten und ein langes Banner mit der Aufschrift «Lebenserklärung» gezeigt.

Forderung an Habeck

Die Protestler fordern von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), auf weitere fossile Energie zu verzichten. Zudem verlangen sie eine «Lebenserklärung» der Rektorin der Leipziger Universität. Diese soll sich «offiziell, öffentlich und gerichtet an Robert Habeck gegen den Bau und die Finanzierung neuer fossiler Infrastruktur aussprechen. Insbesondere gegen neue Ölbohrungen in der Nordsee sowie neue Flüssiggas-Terminals», hieß es in einer Mitteilung der Gruppe.

Die Aktivisten seien der Bitte zur Räumung des Hörsaals bislang nicht nachgekommen, sagte ein Sprecher der Uni am Freitagmorgen. Es seien weitere Gespräche geplant. Rektorin Eva Inés Obergfell hatte am Donnerstagabend die Gruppe aufgefordert, das Audimax zu räumen, so dass dort wieder Veranstaltungen mit je über 500 Studierenden möglich sind.

«Wir sind weiter gesprächsbereit und wollen weiter friedlichen Widerstand leisten», sagte die Sprecherin der Gruppe, Lina Schinköthe auf Anfrage. Man habe dem Rektorat auch einen Kompromiss unterbreitet. Demnach soll die Kanzlerin ein öffentliches Statement zum Verzicht auf weitere fossile Energien abgeben. «Wir haben bereits unsere Sachen zusammengepackt und aufgeräumt. Wir könnten den Hörsaal jederzeit verlassen, betonte Schinköthe.

Leipzig: Aktivisten blockieren viel befahrene Straße in Leipzig

Am Montagmorgen hatten Mitglieder der Gruppe im Berufsverkehr eine viel befahrene Straße in Leipzig blockiert. Dabei hatten sich einige Aktivisten mit Sekundenkleber an die Straße geklebt. Die Feuerwehr hatte sie mit Öl ablösen müssen. Die Straße war nach Polizeiangaben ungefähr anderthalb Stunden blockiert. Es wurden Ermittlungen gegen je drei Frauen und Männer im Alter zwischen 20 und 24 Jahren wegen des Anfangsverdachts der Nötigung eingeleitet.

Am Mittwochabend hatte sich die Universitätskanzlerin Birgit Dräger mit den Aktivisten unterhalten. Dräger hatte dabei betont, dass die Universitäten in Forschung und Lehre bemüht seien, mehr Aufmerksamkeit für den Klimaschutz zu schaffen.