Kommentar

Kunden sollen gestiegene Gaspreise ausgleichen - Die Gasumlage muss weg

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat eine Verschiebung der Gasumlage gefordert. Es wäre besser, sie gar nicht einzuführen.

10.08.2022, 16:29
Alois Kösters
Alois Kösters Schlicht

Die Gasumlage sollte nicht nur verschoben werden. Sie muss weg. Man stelle sich vor: Je nachdem, in welche Richtung Wladimir Putin den Gashahn dreht, zahlt jeder Deutscher direkt mehr oder weniger Umlage. Und je weniger Gas durchkommt, umso mehr Steuern kassiert der deutsche Finanzminister. Der Staat liefert den Bürger direkt der Willkür eines irren Diktators aus und verdient auch noch dran. Die Grenzen des zumutbaren sind damit überschritten, zumal jeder Bürger schon einen happigen Krisen-Beitrag leistet.

Eine Bankenumlage gab es auch nicht

Besser wäre es, wenn der Staat direkt den Gaspreis für Importeure stützt. Es wäre auch niemand während der Finanzkrise auf die Idee gekommen, den Bürger über eine Umlage an der Bankenrettung zu beteiligen. Darüber hinaus wäre jetzt die Zeit, den Gasmarkt neu zu regeln. Seine Liberalisierung hat dazu geführt, dass ein einziges Privatunternehmen an über 100 Stadtwerke und ein einziger Diktator mehr als die Hälfte des Gases liefert. Klumpenrisiko nennt man das in der Finanzwelt. Passiert etwas, geht alles den Bach runter. Eine einfache Weisheit, der die Bundesregierungen der vergangenen Jahre leider nicht gelten lassen wollten.