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Norwegen will Waljagd ausbauen

Die Walfleisch-Exporte von Norwegen nach Japan sind stark angestiegen. Die Jagd soll ausgeweitet werden.

25.03.2021, 12:30

Oslo l Im April beginnt die Jagdsaison der norwegischen Walfänger. Tierschützer kritisieren das Vorhaben Norwegens scharf, denn es wird immer mehr Walfleisch nach Japan exportiert. Und das obwohl der norwegische Walfang das internationale Seerecht bricht. Es sei schlicht illegal, teilt Greenpeace auf ihrer Webseite mit. Begründet wird die Waljagd damit, dass Norwegen als einzige Nation ein Veto eingelegt hat, als die bejagten Wale von der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) mit einer Mehrheit unter Schutz gestellt wurden. Norwegen fühle sich deshalb formal-juristisch an den Beschluss nicht gebunden, so Greenpeace weiter.

„Die Auflagen für die Waljäger wurden in den letzten Jahren immer weiter gelockert, die Walfleisch-Exporte nach Japan sind regelrecht explodiert", teilt Sandra Altherr von der Tier- und Artenschutzorganisation Pro Wildlife in einer Pressemitteilung mit. Und das, obwohl etliche Staaten und Menschen jedes Jahr gegen den kommerziellen Walfang demonstieren.

Es sei bekannt, heißt es in der Pressemitteilung weiter, dass unter den bisherigen Regelungen jeder fünfte harpunierte Zwergwal nicht sofort starb und manche Tiere bis zu 15 Minuten litten. Nun hat die Regierung die Regelungen noch weiter gelockert: „Um die Waljagd zu erleichtern, hat die Regierung in Oslo die Auflagen über die letzten Jahre sukzessive gelockert. Inspektoren an Bord wurden gestrichen, die Fangsaison ist inzwischen unbegrenzt. Wegen Corona entfallen seit 2020 sogar die Schussprüfungen für die Schützen", kritisiert Altherr und befürchtet, dass durch die gelockerten Auflagen der Todeskampf der Wale noch verlängert wird.