LGBT-Community

"Pride Month": Mercedes-Benz erntet Shitstorm für Logo in Regenbogenfarben

Vom ersten bis zum 30. Juni ist "Pride Month". Anlässlich des bunten Monats will der Autokonzern Mercedes-Benz die LGBTQ+ Community unterstützen. Dies kam jedoch nicht bei Allen gut an.

Von Samantha Günther
Anlässlich des bunten Monats will der Autokonzern Mercedes-Benz die LGBTQ+ Community unterstützen.
Anlässlich des bunten Monats will der Autokonzern Mercedes-Benz die LGBTQ+ Community unterstützen. Foto: Screenshot Instagram Mercedes-Benz https://www.instagram.com/mercedesbenz/

Stuttgart - Stolz, Toleranz und Selbstbewusstsein: Am Dienstag, den 1. Juni, begann der alljährliche Pride Month, der weltweit gefeiert wird. Damit will die LGBTQ-Bewegung, welche sich für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transsexuellen stark macht, signalisieren, dass sich queere Menschen nicht (mehr) dafür schämen sollten, so zu sein, wie sie sind.

Anlässlich des bunten Monats wollte sich auch Mercedes-Benz des Stuttgarter Autobauers Daimler gegenüber der LGBTQ+ Community solidarisch zeigen und färbte am Dienstag das Logo mit Regenbogenfarben auf allen sozialen Profilen des Unternehmens. 

Anlässlich des bunten Monats will auch der Autokonzern Mercedes-Benz die LGBTQ+ Community unterstützen
Anlässlich des bunten Monats will auch der Autokonzern Mercedes-Benz die LGBTQ+ Community unterstützen
Foto: Screenshot Facebook

"Pride ist eine Feier aller Identitäten, so vielfältig wie die Farben des Regenbogens. Frohen Pride Month!", schrieb der Stuttgarter Autokonzern als Statement zur Logoänderung. Dies kam jedoch nicht bei allen gut an.

Reaktionen mit Zuspruch und Hass

"Mein lieber Mercedes-Benz, bitte ändern Sie bitte so schnell wie möglich Ihr Profil- und Titelbild. Bitte, viele Menschen, die Ihr Markenzeichen lieben, mögen diese Bilder und Farben nicht, weil sie die sexuelle Bekehrung zwischen Frauen und Männern fördern", kommentiert ein Facebook-User und fühlt sich durch das Regenbogen-Logo belästigt.

"Mercedes-Fahren wird nie ein Schwulen-Ding werden."

Nutzerkommentar

Ein anderer schreibt genervt: "Bei Mercedes hat gerade jemand den Verstand verloren." "Mercedes-Fahren wird nie ein Schwulen-Ding werden", zeigte sich ein Anderer sicher.  Doch einige Anhänger freuen sich über die öffentliche Solidarität, die der Autokonzern damit zeigt. "Ich bin so stolz auf euch!!", schreibt ein Instagram-User unter der bunten Logo-Animation. 

LGBTQ-Community muss auf große Veranstaltungen verzichten

In den letzten Jahren wurden die Pride-Paraden in aller Welt sowie die Umzüge zum Christopher Street Day im deutschsprachigen Raum stolz und bunt gefeiert. Rund eine Million Menschen nehmen gewöhnlich als Zeichen für eine bunte, tolerante Gesellschaft und auch als Protest gegen Ungerechtigkeiten an der CSD-Parade teil. 

In diesem Jahr findet aufgrund der Corona-Pandemie-Einschränkungen der Christopher Street Day-Parade in Berlin vornehmlich digital statt. Eine Liveaktion im kleineren Rahmen ist jedoch in Planung. Aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln wird die Teilnahme jedoch nur auf Voranmeldung möglich sein.

Auch in Sachsen-Anhalt gibt es Aktionen

In Schönebeck plant der "CSD Magdeburg e.V." am 3. Juli 2021 ein Straßenfest und eine Demonstration an der Elbe. "Für alle, welche am Samstag, den 03.07.2021 Arbeiten müssen, lassen wir das Stadtfest dank des ElbeKanal Schönebeck Live übertragen", heißt es auf der Facebookseite der Veranstaltung.

In Schönebeck plant der "CSD Magdeburg e.V." am 3. Juli 2021 ein Straßenfest und eine Demonstration an der Elbe.
In Schönebeck plant der "CSD Magdeburg e.V." am 3. Juli 2021 ein Straßenfest und eine Demonstration an der Elbe.

Der CSD erinnert an das erste bekannt gewordene Aufbegehren von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen Polizeirazzien und Polizeigewal in der New Yorker Christopher Street in Greenwich Village am 27. Juni 1969 in der Bar Stonewall Inn. Es kam in der Folge zu tagelangen Straßenschlachten zwischen Homosexuellen und der Polizei.