Extremismus

Innenministerin Faeser: glaube nicht an „Wutbürger“

Außenministerin Baerbock hatte erst kürzlich im Fall ausbleibender Gaslieferungen vor „Volksaufständen“ gewarnt. Innenministerin Faeser hingegen rechnet nicht mit gewaltsamen Protesten - nur eine kleine Minderheit sei sehr radikal unterwegs.

Von dpa Aktualisiert: 10.08.2022, 08:53
„Ich glaube, dass Menschen auf die Straße gehen werden, um zu protestieren“: Nancy Faeser
„Ich glaube, dass Menschen auf die Straße gehen werden, um zu protestieren“: Nancy Faeser Rolf Vennenbernd/dpa

Potsdam - Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erwartet keine gewaltsamen Proteste wegen aktueller Krisen. „Nein, ich glaube nicht, dass es zu Volksaufständen oder ähnlichem kommen wird“, sagte Faeser am Dienstagabend in Potsdam bei der Veranstaltungsreihe „RND vor Ort“ des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

„Ich glaube, dass Menschen auf die Straße gehen werden, um zu protestieren“, sagte Faeser. Das sei schon bei den Corona-Maßnahmen geschehen, und sie erwarte, dass auch die Energiepreisentwicklung durch den Angriffskrieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Rolle spielen werde. „Ich glaube aber nicht an Wutbürger“, sagte Faeser. Sie glaube auch nicht an sogenannte Gelbwestenproteste wie in Frankreich, bei denen es auch zu körperlicher Gewalt gekommen war.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte im Juli im Gespräch mit dem RND im Fall ausbleibender Gaslieferungen vor „Volksaufständen“ gewarnt, diese Äußerung dann aber selbst relativiert und als überspitzt bezeichnet.

Faeser rief dazu auf, genau zu schauen, mit wem man gemeinsam protestiere. Rechtsextremisten organisierten Demonstrationen, um gegen den Staat vorzugehen. „Denen geht’s im Zweifel gar nicht um die Corona-Maßnahmen oder um die Energiepreisentwicklung.“

Nur eine kleine Minderheit sei sehr radikal unterwegs und komme aus der ganz rechten Ecke, sagte die Innenministerin. „Aber man muss aufpassen, dass man ihnen nicht auf den Leim geht.“ Diese Minderheit erhalte auch viel Aufmerksamkeit. „Über die große schweigende Mehrheit wird immer sehr wenig berichtet.“