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Pontifex-Reise Papst Leo XIV. ruft im Libanon zu Frieden und Hoffnung auf

Der Pontifex spricht im Libanon von der „offenen Baustelle“ Frieden und würdigt die Resilienz der Menschen. Den Menschen in dem Land will er Hoffnung geben - sie haben wiederum große Erwartungen.

Von dpa Aktualisiert: 30.11.2025, 17:38
Papst Leo XIV. nach seiner Ankunft im Libanon.
Papst Leo XIV. nach seiner Ankunft im Libanon. Hussein Malla/AP/dpa

Beirut - Zum Auftakt seines Besuchs im Libanon hat Papst Leo XIV. zu neuem Engagement für Frieden und Versöhnung in dem von Krieg und Krisen gebeutelten Land aufgerufen. „Hier ist der Friede eine Sehnsucht und eine Berufung, ein Geschenk und eine stets offene Baustelle“, sagte der Pontifex bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun. Mit seinem Besuch will Leo dem Land Hoffnung geben und die Christen der Region stärken.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche würdigte die Widerstandsfähigkeit der Libanesen, die trotz wirtschaftlicher Not, politischer Instabilität und wiederkehrender Konflikte immer wieder den Mut zu einem Neuanfang gefunden hätten. „Sie sind ein Volk, das nicht untergeht, sondern angesichts von Prüfungen stets den Mut findet, sich neu zu erheben“, sagte Leo.

Er rief die Libanesen auf, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht aufzugeben. Das Land sei vielfältig und bestehe aus verschiedenen Religionen, Kulturen. Was jedoch jeden Libanesen mindestens verbinde, sei die gemeinsame Sprache der Hoffnung, sagte Leo. Diese ermögliche es den Menschen, trotz aller Widrigkeiten immer wieder neu anzufangen.

Libanon von schweren Krisen gezeichnet

Präsident Aoun stellte heraus, der Libanon sei „ein Land der Freiheit und der Würde für jeden Menschen“ und einzigartig in seinem System des Zusammenlebens von Muslimen und Christen. Er appellierte an den Papst, die Welt auf die schwierige Situation des Landes aufmerksam zu machen. Aoun unterstrich zudem die geopolitische Bedeutung des Landes: Das Überleben des Landes sei eine Voraussetzung für die Entstehung von Frieden, Hoffnung und Versöhnung.

Der Libanon steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Die Machtverteilung zwischen den Konfessionen befeuert Korruption und politische Misswirtschaft. Rund 60 Prozent der Bevölkerung in dem Land leben in Armut.

Außerdem setzt die extrem angespannte Sicherheitslage dem Libanon schwer zu. Nach einem offenen Krieg zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel wurde im Ende November vergangenen Jahres eine Waffenruhe geschlossen. Dennoch hielten die Spannungen an. Zuletzt hatte sich die Lage wieder deutlich verschärft. Israel greift nahezu täglich Ziele im Süden des Libanons an.

Leo ging in seiner Rede im Präsidentenpalast nicht direkt auf den jüngsten Krieg zwischen der Hisbollah und Israel sowie die aktuellen Spannungen ein.