Ex-US-Präsident

Trumps Anwesen Mar-a-Lago von Bundespolizei durchsucht

Warum das FBI das Anwesen des ehemaligen US-Präsidenten in Florida untersucht hat, war zunächst unklar. Trump selbst spricht auf seinen Social-Media-Kanälen von „politischer Verfolgung“.

Von dpa Aktualisiert: 09.08.2022, 02:11
Donald Trump war bei den Anhörungen des Untersuchungsausschusses zur Kapitol-Attacke zuletzt schwer belastet worden.
Donald Trump war bei den Anhörungen des Untersuchungsausschusses zur Kapitol-Attacke zuletzt schwer belastet worden. Evan Vucci/AP/dpa

Washington - Die Bundespolizei FBI hat nach Angaben von Ex-US-Präsident Donald Trump dessen Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida durchsucht.

„Mein wunderschönes Zuhause, Mar-A-Lago in Palm Beach, Florida, wird derzeit von einer großen Gruppe von FBI-Agenten belagert, durchsucht und besetzt, schrieb Trump auf dem von ihm mitbegründeten Netzwerk „Truth Social“. „Diese unangekündigte Razzia in meinem Haus war weder notwendig noch angemessen“, schrieb Trump weiter. Es sei auch sein Safe geöffnet worden.

Trump nannte den Vorgang „politische Verfolgung“. Warum das Anwesen durchsucht wurde, war zunächst unklar. Medien berichteten, dass das FBI die Durchsuchung beendet hatte. Eine CNN-Reporterin sagte, dass Trump während der Aktion nicht zu Hause gewesen sei. Der Ex-Präsident war bei den öffentlichen Anhörungen des Untersuchungsausschusses zur Kapitol-Attacke zuletzt von Zeugen schwer belastet worden. Demnach habe Trump gewusst, dass die Demonstranten am 6. Januar 2021 bewaffnet waren und sie bewusst zum Kapitol geschickt.

Droht Trump eine strafrechtliche Verfolgung?

Zuletzt hatten sich die Hinweise verdichtet, dass das Justizministerium das Verhalten Trumps selbst genauer untersucht. Im Raum steht die Frage, ob Justizminister Merrick Garland strafrechtliche Schritte gegen Trump einleiten könnte. Trump wurde außerdem vorgeworfen, er habe Akten und Dokumente aus seiner Zeit im Weißen Haus zurückgehalten und sogar die Toilette heruntergespült. Trump wies das zurück. Eigentlich muss in den USA jede Korrespondenz des Präsidenten archiviert und für die Nachwelt aufgehoben werden.

Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, dass die Untersuchung im Zusammenhang mit den Dokumenten stünde. Trump hatte nach seiner Amtszeit mehrere Kisten mit Akten in sein Anwesen Mar-a-Lago mitgenommen. Darunter sollen Berichten nach wichtige Kommunikationsunterlagen gewesen sein - auch Briefe des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un und ein Schreiben von Trumps Vorgänger Barack Obama. Trump hatte schließlich mehrere Dokumente der Nationalen Verwaltungsstelle für Archivgut und Unterlagen übergeben.