Bundestagswahl

Wie geht es weiter mit dem Ostbeauftragten Wanderwitz?

Marco Wanderwitz hat sein Direktmandat verloren. Im Bundestag sitzt er aber dennoch. Welche Chancen der umstrittene Ostbeauftragte der CDU noch hat.

02.10.2021, 18:15 • Aktualisiert: 02.10.2021, 18:24
Marco Wanderwitz (CDU), Ostbeauftragter der Bundesregierung. Foto: Robert Michael/dpa/Archivbild
Marco Wanderwitz (CDU), Ostbeauftragter der Bundesregierung. Foto: Robert Michael/dpa/Archivbild ZB

Magdeburg /DUR - An seinen Wahlständen gab es durchaus Zustimmung zu seinen offenen Worten, sagte Marco Wanderwitz (CDU) kurz vor der Bundestagswahl. Der Ostbeauftragte der bisherigen Bundesregierung lag mit seiner Einschätzung daneben: Er konnte sein Direktmandant nicht verteidigen und musste sich dem AfD-Konkurrenten Mike Moncsek geschlagen geben.

Der gebürtige Sachse Wanderwitz warf den Ostdeutschen während seiner Amtszeit in mehreren Interviews vor, "diktatursozialisiert" zu sein. Weite Teile der Bevökerung hätten "gefestigte, nicht demokratische Ansichten" und seien kaum noch "rückholbar". Mitten im Wahlkampf sagte er dem Berliner Tagesspiegel: „Es gibt zwischen der Zustimmung für die AfD und Impfablehnung einen klaren Zusammenhang." Nur über die Landesliste schaffte er vergangenen Sonntag den Einzug ins Bundesparlament.

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Ministerpräsident Kretzschmer gibt dem exponierten Amtsträger und Spitzenkandidaten eine gewisse Mitschuld am desaströsen Abschneiden der CDU. Der Görlitzer Landrat Bernd Lange sagte, die Äußerungen zu hohen Coronazahlen und einem AfD-Zuspruch haben "sehr, sehr geschadet".  In der sächsischen Landesgruppe der CDU-Fraktion brodelt es: Wanderwitz wurde als Vorsitzender abgelöst durch Carsten Körber. Steve Johannes Ittershagen von der Sachsen-CDU forderte am Wochenende auf Facebook, dass Wanderwitz "eine Pause einlegt".