Stärkster Anstieg seit 2012

Deutsche Bahn erhöht Ticketpreise

Für Fahrgäste der Deutschen Bahn wird das Reisen teurer. Nach der deutlichsten Preiserhöhung seit Jahren müssen vom 12. Dezember an im Fernverkehr vor allem Pendler und Stammkunden tiefer in die Tasche greifen.

02.10.2021, 14:18
Bahnfahren in Deutschland wird ab Dezember wieder teurer.
Bahnfahren in Deutschland wird ab Dezember wieder teurer. Foto: Oliver Berg/dpa


Berlin/dpa -  Bahncards kosten 2,9 Prozent mehr, so hoch ist der Aufschlag im Schnitt auch bei Streckenzeitkarten und den Flexpreisen. Keine Änderung gibt es bei Sparpreisen und Reservierungen. So ergebe sich eine durchschnittliche Preiserhöhung um 1,9 Prozent, teilte der Konzern mit.

Die Bahn braucht Geld


Der Bundesverband der Verbraucherzentralen kritisierte: „Gerade diejenigen, die mit Zeitkarten, Bahncards und Flextickets der Deutschen Bahn treu sind, werden durch die deutlichen Preissteigerungen bestraft.“ Die künftige Bundesregierung müsse das stoppen. „Klimaschutz und Preiserhöhungen beim Bahnfahren widersprechen sich.“

Die Bahn sprach von einer moderaten Preisanpassung und verwies darauf, dass die allgemeine Teuerung derzeit bei 4,1 Prozent liege. „Im langfristigen Vergleich bleibt Bahnfahren weiter günstig“, hieß es. Eine Fahrt im Fernverkehr koste nach der Preiserhöhung im Dezember etwa so viel wie im Jahr 2012. Bei den Bahncards 25 und 50 sei es die erste Erhöhung seit sieben Jahren.

Der Preisaufschlag ist der höchste seit 2012. Danach hatte es leichte Erhöhungen, zum Teil auch Nullrunden gegeben. 2020 fielen die Preise im Fernverkehr um zehn Prozent, nachdem der Bund die Mehrwertsteuer gesenkt hatte. Dem Staatskonzern geht es finanziell schlecht: Zu Problemen im Auslandsgeschäft und im Güterverkehr kam die Corona-Krise mit ausbleibenden Fahrgästen als schwere Belastung hinzu. Im ersten Halbjahr 2021 fuhr der hoch verschuldete Konzern einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro ein.

Dennoch bleibt das Ziel, die Fahrgastzahl im Fernverkehr bis 2030, verglichen mit 2015, zu verdoppeln. Das soll dazu beitragen, dass Deutschland seine Klimaziele im Verkehr erreicht. Milliarden fließen dafür in Züge, das Schienennetz und zusätzliche Mitarbeiter.

Nahverkehr fällt raus


Eine Preiserhöhung im Regionalverkehr hat die Bahn dieses Jahr noch nicht angekündigt. Dort macht die Bahn die Preise nur für Fahrten außerhalb von Verkehrsverbünden, was etwa jede fünfte Reise betrifft. Seit 2015 sind die Preise für Nahverkehrstickets um 16 Prozent gestiegen, meldete das Statistische Bundesamt. Im Fernverkehr lagen die Preise im Mai 13,6 Prozent unter dem Niveau von 2015 - auch weil wegen der geringen Fahrgastzahl Sparpreise stärker ins Gewicht fielen.