1. Startseite
  2. >
  3. Deutschland & Welt
  4. >
  5. Wirtschaft
  6. >
  7. Hoffnung für die Konjunktur: Industrieaufträge steigen stark: „Sieht nach Trendwende aus“

Hoffnung für die Konjunktur Industrieaufträge steigen stark: „Sieht nach Trendwende aus“

In der kriselnden deutschen Industrie zeichnet sich zunehmend eine Erholung ab. Dabei helfen die Milliarden-Ausgaben des Bundes: Großaufträge etwa für Rüstung sorgen für einen Boom im Dezember.

Von dpa 05.02.2026, 08:53
Hoffnung für die deutsche Industrie: Im Dezember stiegen der Auftragseingang kräftig (Archivbild)
Hoffnung für die deutsche Industrie: Im Dezember stiegen der Auftragseingang kräftig (Archivbild) Jens Büttner/dpa

Wiesbaden - In der deutschen Industrie mehren sich die Anzeichen für eine Trendwende. Im Dezember erhielten die Unternehmen den vierten Monat in Folge mehr Aufträge. Die Zahl der Bestellungen stieg im Monatsvergleich um 7,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Analysten wurden überrascht: Sie hatten einen Dämpfer erwartet und waren im Schnitt von einem Rückgang um 2,2 Prozent ausgegangen.

Bei dem kräftigen Auftragsplus spielten Großaufträge eine wichtige Rolle. Ohne sie wäre der Auftragseingang nur um 0,9 Prozent höher als im Vormonat ausgefallen, erklärten die Statistiker.

„Die deutsche Industrie steht vor einem Aufschwung“, schrieb Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der Liechtensteiner VP Bank. Das Auftragsplus sei einmal mehr der Rüstungsindustrie zu verdanken. Der Bund dürfte seine Bestellungen für Verteidigung zum Jahresende 2025 deutlich erhöht haben. „Die Auftragseingänge machen aus Hoffnungen harte Fakten: Die deutsche Industrie wird in den kommenden Monaten einen Zahn zulegen.“

„Fulminanter Auftragsboom“

Das Auftragsplus im Dezember ging zu einem großen Teil auf deutliche Anstiege bei der Herstellung von Metallerzeugnissen und im Maschinenbau zurück, so die Statistiker. Auch wirkten sich mehr Bestellungen für elektronische und optische Erzeugnissen positiv aus. In der Autoindustrie ging der Auftragseingang hingegen um 6,3 Prozent im Monatsvergleich zurück.

Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung, sprach von einem fulminanten Auftragsschub für die Industrie im Dezember. Das Auftragsvolumen habe ein Niveau wie zuletzt Anfang 2022 erreicht. „Das Quartalsplus bei den Auftragseingängen ist dabei ein weiteres Indiz, dass die steigenden Staatsausgaben im neuen Jahr die Wirtschaft ankurbeln werden.“ 

Ähnlich äußerte sich Jens-Oliver Niklasch, Ökonom bei der Landesbank Baden-Württemberg. „Das sieht jetzt wirklich sehr stark nach Trendwende aus. Wir haben erstmals seit längerer Zeit Grund für Zuversicht.“ Zumindest die Prognose, dass die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr um rund 1 Prozent zulegen werde, scheine realistisch.