Amsterdam (dt) l Die niederländische Hauptstadt Amsterdam will weg vom Kiffer-Image - zumindest wenn es nach Bürgermeisterin Femke Halsema geht. Und dafür soll sie Medienberichten zufolge sogar über ein Cannabis-Verbot für Touristen nachdenken.

Hintergrund dieses Gedankenspiels ist eine nicht repräsentative Befragung, die in Amsterdams Party- und Rotlichtbezirk Singel durchgeführt wurde. Demnach gab von 100 Befragten Personen 57 Prozent an, überhaupt nur wegen des Cannabis nach Amsterdam zu kommen. Etwa ein Drittel der Befragten gab an, weniger häufig in die Stadt zu kommen, wenn es kein Cannabis mehr zu kaufen gäbe. Halsema legte die Untersuchung laut FAZ.net Anfang Februar der Ratskommission mit dem Ziel vor, die Attraktivität für Kiffer einzuschränken.

Ihre Idee: den Zugang zu Coffeeshops nur noch den Einwohnern gewähren. Streng genommen gibt es so einen Vorstoß schon, bereits seit 2012 ist es Nicht-Ortsansässigen in einigen niederländischen Städten nicht gestattet, einen Cofeeshop zu betreten - es wird in Amsterdam allerdings nicht stark durchgesetzt und kontrolliert. Die Bürgermeisterin wird nun eine Studie in Auftrag gegeben haben, die untersuchen soll, wie sich ein solches mögliches Verbot auf den Tourismus auswirkt.

Im Gegensatz zu anderen Ländern wird Cannabis in den Niederlanden quasi "geduldet". Komplett legalisiert ist es entgegen vieler Annahmen nicht. Wer die Droge auf der Straße verkauft, macht sich strafbar, auch wenn die Strafe sich in Amsterdam mit einer Verwarnung in Grenzen hält. Solange der Kauf und der Konsum in den sogenannten Coffeeshops stattfindet, wird er auch von den Behörden toleriert.