Buschbrände und kaum Regen

Kaum Regen, leere Wasserreservoire, vertrocknete Felder, Buschbrände: Kalifornien leidet seit Jahren unter extremer Dürre. Allein für 2014 wird der wirtschaftliche Schaden auf 2,2 Milliarden US-Dollar geschätzt. Besonders betroffen ist das Central Valley, wo meist mit künstlicher Bewässerung die Hälfte der US-Produktion von Obst, Gemüse und Nüssen wächst. Auf fünf Prozent der Fläche liegt der Anbau schon brach, auf anderen Felden gibt es Ernteeinbußen.

Forschern der Stanford University in Palo Alto zufolge habe es in den vergangenen 20 Jahren mehr Dürrejahre gegeben als im vorausgegangenen Jahrhundert.

Mit der Dürre nimmt die Zahl der Buschbrände zu. Im laufenden Jahr registrierten Behörden bis zum 5. September mehr als 5000 Feuer. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es knapp 3500. Früher setzten die Brände gewöhnlich erst nach trockenen Sommern im Herbst ein. (dpa)

Sacramento (dpa) l In Kalifornien richten die heftigen Wald- und Buschbrände immer größere Schäden an. Wegen der extremen Trockenheit breiteten sich die Flammen so schnell aus wie seit Jahrzehnten nicht mehr, sagte der Katastrophenschutzleiter Mark Ghilarducci. Gouverneur Jerry Brown hat den Notstand für weitere Gebiete ausgerufen. Nach Angaben der Brandschutzbehörde CalFire kam ein Mensch ums Leben, wie der lokale Sender ABC 7 News berichtete.

Tausende Feuerwehrleute sind in den zwei betroffenen Regionen im Norden des US-Bundesstaates im Einsatz, um Siedlungen und einzelne Wohnhäuser vor den Flammen zu schützen.

Im Bezirk Lake County, etwa 120 Kilometer nördlich von San Francisco, haben die Behörden viele Ortschaften räumen lassen. Etwa 17 000 Menschen mussten rasch ihre Häuser verlassen. Bis zum frühen Montag (Ortszeit) waren 400 Häuser niedergebrannt, wie ABC 7 News berichtete. Insgesamt sollen bis zu 1000 Gebäude, also auch Stallungen, Scheunen und Hütten, zerstört worden sein. Innerhalb weniger Stunden habe sich die Brandfläche um 160 Quadratkilometer ausgeweitet.

So rollte eine gewaltige Feuerwalze über die 1200-Einwohner-Gemeinde Middletown hinweg. Duane Harper, Betreiber des örtlichen Lebensmittelladens, war noch rechtzeitig mit seiner Familie ins Auto gesprungen und geflohen. Beim Blick in den Rückspiegel sah er, wie ein „apokalyptischer Feuersturm“ den Ort vernichtete. Die Flammen seien 30 Meter hoch gewesen. Mehr als 100 Häuser brannten nieder. Alle Bürger überlebten das Inferno, der Ort war rechtzeitig evakuiert worden.

In der zweiten betroffenen Region, etwa 170 Kilometer östlich von San Francisco, brannten mindestens 80 Häuser nieder. Die Menschen bangen um ihr Hab und Gut. „Wir haben unser Haus vor 20 Jahren selbst gebaut“, sagte ein älterer Mann in der Region östlich von San Francisco dem Sender NBC. „Ich hoffe, dass es noch steht, wenn wir wiederkommen.“

Auch in der Region der Sequoia- und Kings-Canyon-Nationalparks wüten Brände, die bereits Ende Juli von Blitzschlägen entfacht worden waren. Das sogenannte Rough Fire ist erst zu einem Drittel unter Kontrolle. Es bedroht auch Kaliforniens berühmte Mammutbäume in der von vielen Touristen besuchten Grant Grove.