Schwerin (dpa/ds) l Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier (CDU), hat in einem Interview mit dem Spiegel zugegeben, dass er eine Waffe bei einem Mann gekauft hat, der in Verbindung mit dem Rechtsextremisten-Netzwerk "Nordkreuz" stehen soll. Er habe bei dem Verkäufer damals keine "Kontakte zu Rechtsextremisten vermutet", erklärte Caffier. Der Kauf einer Kurzwaffe für die Jagd habe 2018 stattgefunden.

Mehrere Parteien hatten zuvor von Caffier Aufklärung über den Waffenkauf verlangt. Er sollte Auskunft geben, ob er privat als Jäger eine Waffe bei oder über ein ehemaliges Mitglied der rechtsextremistischen Gruppierung gekauft hat. Zuvor hatte er auf eine entsprechende Frage ausweichend geantwortet.

"Wenn es um Verbindungen zu einer mutmaßlich rechtsterroristischen Gruppe geht und sogar um einen Waffenerwerb, kann der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern das nicht einfach zur Privatsache erklären", sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). Der Minister müsse alles haarklein offen legen, um zur Aufklärung beizutragen.

Caffier ist Jäger

Nach Angaben einer Ministeriumssprecherin ist Caffier seit Jahren Jäger. Der CDU-Politiker hatte am Donnerstag in Schwerin auf die Frage einer Journalistin, ob er eine Waffe bei oder über ein ehemaliges Mitglied einer rechtsextremistischen Gruppierung gekauft oder bei diesem ein Schießtraining absolviert habe, geantwortet, dass es um den Privatbereich gehe und er keine Äußerung dazu abgebe. Auf Nachfrage der Journalistin sagte Caffier: "Aus dem Privatbereich, das bleibt Privatbereich, auch in Zukunft."

Die Linksfraktion in Mecklenburg-Vorpommern forderte ebenfalls Aufklärung: "Meine Fraktion nimmt die Aussage von Innenminister Lorenz Caffier mit großem Unverständnis zur Kenntnis", sagte der innenpolitische Fraktionssprecher Peter Ritter am Freitag. Mögliche, wie auch immer geartete Beziehungen zu dem Netzwerk "Nordkreuz" seien mitnichten Privatsache. Er erwarte, dass der Innenminister für Aufklärung sorge.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Nikolaus Kramer sagte, dass Waffenbesitz grundsätzlich eine Privatangelegenheit sei.