Magdeburg l Auf dem CDU-Parteitag in Leipzig ist viel von Sacharbeit und Profilschärfung die Rede gewesen. Ein Gespräch mit Sven Schulze:

In welche Richtung soll es für die CDU gehen?
Sven Schulze: Wir haben auf dem Leipziger Parteitag 500 Anträge abzuarbeiten. Dabei ist wichtig für uns, ganz klar herausstellen, wo die wesentlichen Punkte für die CDU liegen. Ich nenne hier die Grundrente, die wir mit auf den Weg gebracht haben. Wir wollen darüber hinaus unsre Europapolitik konkretisieren und müssen der kleineren Rezession begegnen, die Deutschland erlebt.

Muss die CDU konservativer werden?
Unsere Partei muss nicht konservativer werden. Sie hat vielmehr die Aufgabe, die politischen Inhalte klarer zu definieren.

Im Parteitagsmotto heißt es: Wohlstand für alle. Das klingt ähnlich altbacken wie Volkspartei.
Das ist beides überhaupt nicht altbacken. Unsere Politik richtet sich speziell an die Menschen, die das Land am Laufen halten. Die jeden Tag zur Arbeit gehen und natürlich ihre Steuern zahlen. Für die Erhaltung des Lebensniveaus in Deutschland stehen wir in einem harten Wettbewerb mit China oder den USA. Der Wohlstand muss jeden Tag verteidigt werden.

Ist Annegret Kramp-Karrenbauer die richtige Kanzlerkandidatin?
Sie ist von den potenziellen Kandidaten für die Nachfolge von Angela Merkel. Die Kanzlerfrage wird nicht auf dem Parteitag entschieden, sondern erst im kommenden Jahr. Ich kann uns nur empfehlen, Personaldebatten zu dem Zeitpunkt zu führen, wenn sie tatsächlich dran sind.