Gütersloh (dpa) l Frauen verdienen trotz Aufholjagd auf dem Arbeitsmarkt weiterhin weniger als Männer und arbeiten oft in Jobs, für die sie überqualifiziert sind. Das ist das Ergebnis einer von der Bertelsmann Stiftung geförderten Langzeitstudie eines Forscherteams der FU Berlin, die am Montag in Gütersloh vorgestellt werden soll. Frauen seien "Aufsteigerinnen der letzten 40 Jahre" und hätten bei Ausbildung und Einkommen seit den 1970er Jahren deutlich zugelegt, hieß es vorab am Freitag zum "Equal Pay Day" (18. März). Der "Spiegel" will in seiner aktuellen Ausgabe berichten.

Zwischen 1970 und 2013 sei der Anteil der weiblichen Hochschulabsolventen in Westdeutschland stark gestiegen, die Zahl der erwerbstätigen Frauen habe sich in den alten Bundesländern auf rund 12 Millionen verdoppelt. Der Bildungserfolg der Frauen spiegle sich aber noch immer nicht in den ausgeübten Tätigkeiten wider. So arbeiteten Frauen viel häufiger in Teilzeit als Männer.

Und Frauen seien oft in Jobs tägig, für die sie formal überqualifiziert seien – das galt der Untersuchung zufolge für 61 Prozent der Frauen mit Hochschulabschluss im Jahr 2012 bundesweit. Während männliche Akademiker im Schnitt nach Steuern und Transfers über rund 3800 Euro Einkommen – 2013 und in Westdeutschland – verfügten, waren es bei den Akademikerinnen nur 2050 Euro monatlich.

Laut Statischem Bundesamt hatten Frauen 2018 insgesamt im Schnitt 21 Prozent weniger auf dem Gehaltszettel als Männer – auch weil sie oft in Teilzeit oder Minijobs tätig seien und seltener in Führungspositionen.