York (AFP) l Angesichts der schweren Überschwemmungen in Nordengland haben die Behörden am Montag weiter vor Lebensgefahr in den betroffenen Gebieten gewarnt. Für neun Gebiete war noch eine Warnung vor lebensbedrohlichen Entwicklungen in Kraft. Für 150 weitere Orte in England und auch Wales galt ein „normaler“ Hochwasser-Alarm. Ganze Städte waren weiterhin überschwemmt, extremes Hochwasser führende Flüsse stellten eine permanente Gefahrenquelle dar.

Besonders betroffen war unter anderem die historische und bei Touristen beliebte Stadt York mit ihrer mittelalterlichen Kathedrale. Hunderte Bewohner hatten am Wochenende ihre Häuser verlassen müssen.

Am Montag waren nach Angaben der Behörden rund 500 Häuser überflutet, die Straßen ganzer Stadtviertel standen unter Wasser. Einsatzkräfte waren in Schlauchbooten auf der Suche nach gestrandeten Einwohnern unterwegs.

Land unter in Nordengland

Weite Teile Nordenglands stehen unter Wasser. Besonders betroffen ist die Stadt York. Am Mittwoch werden erneut „schwere Niederschläge“ erwartet.

  • Knietief watet dieser Mann durch die Fluten in den Straßen von York.  Foto: dpa

    Knietief watet dieser Mann durch die Fluten in den Straßen von York. Foto: dpa

  • Viele freiwillige Helfer befüllen Sandsäcke, um den Fluten im Norden England wenigstens ein paar Hindernisse entgegen zu setzen. Foto: dpa

    Viele freiwillige Helfer befüllen Sandsäcke, um den Fluten im Norden England wenigstens...

  • Auch in Leeds im Norden Englands stehen die Straßen unter Wasser. Foto: dpa

    Auch in Leeds im Norden Englands stehen die Straßen unter Wasser. Foto: dpa

  • Die Straßen rund das Royal Armouries Museum in Leeds stehen unter Wasser. Foto: dpa

    Die Straßen rund das Royal Armouries Museum in Leeds stehen unter Wasser. Foto: dpa

  • Im Stadtzentrum von York stehen parkende Fahrzeuge fast komplett unter Wasser. Foto: dpa

    Im Stadtzentrum von York stehen parkende Fahrzeuge fast komplett unter Wasser. Foto: dpa

  • Sichtlich entspannt haben Enten die überfluteten Straßen von York erobert. Foto: dpa

    Sichtlich entspannt haben Enten die überfluteten Straßen von York erobert. Foto: dpa

  • Die Weihnachtsdekoration ist noch zu sehen, der gesamte untere Bereich des Hauses in York steht jedoch unter Wasser. Foto: dpa

    Die Weihnachtsdekoration ist noch zu sehen, der gesamte untere Bereich des Hauses in York steht j...

  • Parkende Fahrzeuge in der Innenstadt von York sind in den Fluten kaum noch zu sehen. Foto: dpa

    Parkende Fahrzeuge in der Innenstadt von York sind in den Fluten kaum noch zu sehen. Foto: dpa

  • Die Straßen von York stehen unter Wasser. Foto: dpa

    Die Straßen von York stehen unter Wasser. Foto: dpa

Kritik am Hochwasserschutz

Zwar stabilisierte sich am Montag der Pegelstand der Flüsse in York und Umgebung. „Wir sind aber immer noch mitten in einer Katastrophe“, sagte Charlie Croft vom Stadtrat der BBC. Auch in anderen Teilen der Grafschaften Yorkshire und Lancashire wurden Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht, die Armee half vielerorts bei der Bekämpfung der Wassermassen. Betroffen waren auch Teile von Leeds und der Großraum Manchester.

In den Medien des Landes wuchs derweil die Kritik am Hochwasserschutz und dem Verhalten der Regierung. Der „Guardian“ kritisierte, „leere Rhetorik und selbst die Armee“ könnten einen vernünftigen Hochwasserschutz nicht ersetzen. David Rooke von der Umweltbehörde der britischen Regierung sagte der BBC, der Hochwasserschutz müsse angesichts des Klimawandels vollständig auf den Prüfstand gestellt werden.

Premierminister David Cameron besuchte am Montag York. Zugleich stellte er eine Überprüfung des gesamten Hochwasserschutzsystems in Aussicht. Der Regierungschef bezeichnete die Überschwemmungen als „beispiellos“. Erst Anfang Dezember hatten Überschwemmungen im Nordwesten Englands Schäden in Millionenhöhe verursacht.