Berlin l Google ist schlau. Wenn mehr als zehn Fahrzeuge an derselben Stelle ungewöhnlich langsam fahren, erkennt das System sofort: Stau. Dafür nutzt das System völlig legal aber unbemerkt die Smartphones der Autofahrer. So ein Smartphone sendet permanent über GPS seine aktuellen Positionsdaten. Und wenn zehn oder mehr Smartphones in zehn oder mehr Fahrzeugen auf derselben Straße nur noch schleichen, vermeldet Google das in Sekundenschnelle in seinen Verkehrs-Apps. Toller Service, eigentlich.

Simon Weckert hat Google jetzt eiskalt ausgetrickst. Der Berliner Aktionskünstler lud einfach 29 eingeschaltete Handys auf einen Bollerwagen und zuckelte damit kreuz und quer durch Berlin. Stau, Stau, Stau! Überall rote Straßen-Abschnitte auf der Google-Verkehrsapp, die auch gleich Umleitungsstrecken anbot.

Eigentlich wollte der Künstler mit seiner Aktion nur auf die alles umspannende Macht der Apps hinweisen. Und, dass es eine Kraft gibt, die sie bezwingen kann: Die Macht der Bollerwagen.