Berlin l Die Förderung der Geschlechtergerechtigkeit in allen Lebensbereichen ist in der Sache außerordentlich erfreulich. Die Begleiterscheinungen, zum Beispiel, was das mit der Sprache macht („Gendern“), sind es in den meisten Fällen ausdrücklich nicht. Nun will das Bundesfinanzministerium diesbezüglich auch die Steuerformulare gendern. In den Vordrucken soll künftig nicht mehr „Ehefrau“ oder „Ehemann“ stehen. Soweit okay. Statt dessen finden wir "Person A" und "Person B". Was auf den ersten Blick Neutralität suggeriert, eröffnet ein weites Feld für neue Gerechtigkeitsdebatten: Ist A der Mann und B die Frau? Oder umgekehrt?

Bei Holz oder Gemüse ist B-Ware weniger wert. Bei Automobilen ist die B-Klasse wiederum teurer als die A-Klasse. Was bedeutet das im Geschlechter-Kontext? Statt Damen-und Herrentoiletten gibt es analog A- und B-Klos. Aber wer geht auf welches? Fragen, auf die das Steuerberater*In (m/w/d), A/B im Zweifel vermutlich auch nicht die richtige Antwort kennt.