Berlin l Fast waren wir ein bisschen traurig, als kürzlich der zuständige Landkreis Dahme-Spree die Nutzungsbewilligung für Deutschlands längsten Flughafen, den Hauptstadt-Airport BER gab. Wir hatten die ständigen Meldungen von Pannen und Terminverschiebungen beinahe ein bisschen liebgewonnen – als willkommenen Überraschungs- und Unterhaltungsfaktor. Der geplanten Eröffnung im Oktober steht endlich nichts mehr im Wege – frohlockte gerade noch Flughafenchef Engelbert Lütke-Daldrup. Außer vielleicht der Corona-Faktor. Jetzt alarmiert eine aktuelle Studie von Wirtschaftexperten: Die Flughafengesellschaft, sie gehört Berlin, dem Land Brandenburg und dem Bund, kann eine Insolvenz nur abwenden, wenn die Eigner ziemlich zügig mindestens 1,5 Milliarden Euro nachschießen. Mist, stimmt wieder irgendwas mit der Kalkulation nicht.

Wenn man beim BER mit etwas sicher rechnen kann, dann weiterhin mit dessen Unberechenbarkeit. Und das war, konservativ gerechnet, sicher nicht das letzte Mal.