Wenn Frau oder Mann einen Pfeil auf eine Torte aus Sisal-Agave mit Nummern drauf zischen lassen, ist das ein Sport namens Darts. Früher hieß das auch Darts, galt aber nicht als Sport. Es war ein reines Kneipenvergnügen. Davon ist einiges geblieben. Darts-Spieler brauchen keinen Six-Pack. Geschick und gutes Auge genügen.

Das Publikum spendet nicht einfach Beifall oder jubelt auch mal – es johlt und kreischt bei sehr viel Alkohol in einer Tour. So wie beim Eurovision-Song-Contest oder beim Karneval. Augenscheinlich ist der Sport im Umbruch.

Davon zeugen auch die immer beliebteren E-Sport-Wettbewerbe. Früher waren das Veranstaltungen für computer- versessene Nerds. Heute ist die Stimmung ähnlich wie beim Darts. Neudeutsch heißt das wohl: Das Publikum interagiert. Altdeutsch: Es macht mit. Ohne Hemmungen. Im Unterschied zu klassischen Bewegungsübungen wirkt der Fun-Sport frisch und frei. Freilich, gedopt wird heftig. Nicht auf der Wettkampfbühne, sondern im Saal.