Bremen (dpa/sw) l Wem auf dem heimischen Weihnachtsmarkt Handy oder Brieftasche gestohlen werden, für den ist die Adventsfreude oft dahin. Zur Halbzeit der Märkte melden die Polizeibehörden in einigen großen Städten auch Delikte dieser Art – insgesamt aber läuft der Trubel aus polizeilicher Sicht überaus entspannt und friedlich. "„Bisher keine besonderen Auffälligkeiten", hieß es bei der Polizei in Hannover, wo der Weihnachtsmarkt noch bis zum 22. Dezember dauert.

Insgesamt werden bis zum 23. Dezember drei Millionen Weihnachtsmarkt-Besucher in der Hansestadt Bremen erwartet. "Wir haben ein gutes Dutzend Straftaten registriert. Darunter befinden sich die für ein Volksfest typischen Delikte wie Körperverletzungen, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Sachbeschädigungen und Diebstähle", fasste Pressesprecher Nils Matthiesen zusammen. In Bremen sind an beiden Standorten – am Markt und der Flanier- und Uferpromenade Schlachte – wie in den Vorjahren neben einem privaten Sicherheitsdienst uniformierte Fußstreifen der Polizei unterwegs.

Senf als Vorwarnung

In Wolfsburg war "bis auf vereinzelte Taschendiebstähle im dichten Gedränge alles absolut unauffällig", blickt Polizeisprecher Sven-Marco Claus auf die Zeit seit Beginn des Marktes am 25. November zurück. Er warnt aber vor einem Taschendieb-Klassiker, dem 2Bratwurst-Senf-Trick". Dabei wird das Opfer vermeintlich aus Versehen beim Bratwurstessen mit Senf bekleckert und vom Verursacher freundlicherweise gleich mit Serviette oder Taschentuch gesäubert. Das arglose Opfer wird aber nicht nur von Mostrich befreit, sondern auch um die Brieftasche erleichtert. Brieftaschen, Handys, Bargeld gehörten nicht in Jackenaussen- oder Gesäßtaschen, sondern in verschließbare Innentaschen, rät die Polizei.

In Aurich gab es "bislang keine Straftaten", freute sich Pressesprecher Jörg Mau über die gute Halbzeitbilanz. Das liege vielleicht auch an den Hinweisen, die von der Polizei durch Medien regelmäßig verbreitet würden. „Der Schutz des Eigentums liegt manchmal an Kleinigkeiten, die jeder selbst regeln kann." Auch die Sachsen-Anhalter Weihnachtsmärkte hielten sich bis jetzt eher ruhig. Der Magdeburger Polizeikommissar Sebastian Alisch wusste "auf den ersten Blick" nur von zwei Taschendiebstählen. Anfang Dezember wurde außerdem ein Mann gefasst, als er versuchte, in ein Weihnachtsmarkt-Geschäft einzubrechen. Mehr Aufsehen erregte dagegen das "Kidnapping" der Salzwedeler Schneekönigin, einer Figur auf dem Weihnachtsmarkt. Diese tauchte aber ein paar Tage später wieder auf. Wie sich herausstellte, wollte ein Betrunkener sienem Bekannten damit eine Freude machen.