Wacken (dpa) l 29 Jahre Wacken Open Air, das bedeutet auch jahrzehntelange Arbeit für die Polizei. Davon kann Thomas Körn ein Lied singen: Er ist seit 1990 Teil der Wacken-Wache.

Bei seinem ersten Mal auf dem Acker in Schleswig-Holstein, der für die Metal-Fans die Welt bedeutet, habe er ganz schön gestaunt: "Damals war alles uriger, und die Besucher waren anders. Es waren einige Freaks dabei, aber auch sehr interessante Leute. Da gab's viel fürs Auge." Zum Beispiel die Gruftis, die anstelle eines Zeltes mit einem Leichenwagen angereist seien – inklusive Sarg.

Auch sonst habe er große Augen gemacht. Es fehlte an allem, sowohl an der Ausstattung, aber auch an der Sicherheit auf dem Campingplatz, erzählt er.

Zu dieser Zeit seien knapp 26.000 Besucher zum Festival gekommen. Das war schon damals eine Menge für ein Dorf, es war allerdings nur rund ein Drittel der heutigen Besucherzahl von 75.000. So wie die Veranstalter haben auch die Polizisten klein angefangen. Nur zehn oder zwölf Beamte waren anfangs eingesetzt, erzählt Körn. Inzwischen seien es insgesamt 300 Polizisten. "Das hat mir mehr Spaß gemacht, weil es mehr zu tun gab."

Die Arbeit heute habe aber auch Vorteile: Zwischen Besuchern und Polizisten herrsche ein sehr entspanntes Verhältnis. Das sei nicht immer so gewesen, erzählt der Polizeihauptkommissar. "Die Metalheads haben schon öfter mal Bierdosen nach uns geworfen."

Inzwischen gebe es kaum mehr Einsätze auf dem Gelände: "Wir müssen viel mehr außerhalb des Geländes schlichten und eingreifen – dort, wo die Festivalbesucher nicht sind." Denn die Festivalbesucher seien nach wie vor "der freundlichste schwarze Block der Welt".