Radolfzell (dpa) l „Jahrelang haben wir über das Projekt gesprochen“, sagt Martin Wikelski, Direktor am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell. „Jetzt geht es tatsächlich los.“

Er hat das Projekt „Icarus“ vor mehr als 16 Jahren erdacht und konzipiert. Damit wollen Forscher Tiere mit Mini-Sendern ausstatten und mit Hilfe der ISS beobachten. Das soll Aufschluss geben etwa über die Wanderungen von Zugvögeln und so auch zum Schutz der Arten beitragen. Zudem soll Icarus – so die Hoffnung – in Zukunft als Frühwarnsystem für Epidemien und auch für Naturkatastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüche dienen.

Schon lange gibt es Berichte, dass Tiere vor solchen Ereignissen unruhig werden – etwa Ziegen sich am Ätna vor Eruptionen auffällig bewegen. Diesen vermeintlichen siebten Sinn wollen Forscher mithilfe von Icarus nutzen. „Das System erlaubt uns nicht nur zu beobachten, wo ein Tier ist, sondern auch, was es gerade tut“, erläutert Wikelski.

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