Berlin (dpa/bb) l Trotz der seit Januar geltenden strengeren Leinenpflicht müssen Hundehalter in Berlin nach wie vor hauptsächlich in einigen Schwerpunktgebieten mit Kontrollen rechnen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Bezirken mit den meisten Hunden. Welchen Erfolg oder Misserfolg die neue Regelung hat, ist der zuständigen Senatsverwaltung für Justiz jedenfalls nicht bekannt. "Dazu liegen uns derzeit keine Informationen vor", sagte Sprecher Michael Reis.

In Reinickendorf gibt es laut Ordnungsstadtrat Sebastian Maack (AfD) aktuell noch keine Kontrollen auf Straßen, da viele Hundehalter noch keine entsprechenden Nachweise hätten. Außerdem sei das Ordnungsamt unterbesetzt und andere Ordnungswidrigkeiten hätten Priorität. In Grünanlagen werde die Einhaltung der Leinenpflicht aber schon immer kontrolliert, Verstöße würden geahndet.

80 Prozent nicht betroffen

Seit 1. Januar gilt in ganz Berlin die allgemeine Leinenpflicht für Hunde in der Öffentlichkeit. So sieht es eine Rechtsverordnung vor – auf der Grundlage des Berliner Hundegesetzes, das seit 22. Juli 2016 gilt. Hunde, die bereits vor diesem Datum gehalten wurden, sind davon ausgenommen – es sind so genannte Bestandshunde. Laut Justizverwaltung sind die Mehrheit der Berliner Hunde – 80 Prozent – Bestandshunde. Weitere Ausnahme: Wer eine Sachkundeprüfung ablegt, die auch Hundeführerschein genannt wird, darf den Hund wie bisher auf unbelebten Straßen und Plätzen oder Brachflächen laufen lassen.

Auch in Marzahn-Hellersdorf konnten sich Halter auf die neuen Regeln einstellen. In der Einführungsphase seien sie darauf hingewiesen worden, sagte Matthias Kröning vom Grünflächenamt. "Bei wiederholten Verstößen wird eine Anzeige gefertigt." Verstöße gegen bereits bestehende Regelungen würden konsequent geahndet. "Die Kontrollen erfolgen vor allem stichpunktartig an Schwerpunkten, wie zum Beispiel Spielplätzen, Haltestellen, Sportanlagen sowie Grün- und Erholungsanlagen."

Verständnis für die Kontrollen

Die Kontrollen seien immer schwieriger, da sich die Anforderungen an die Beweissicherheit immer mehr erhöhten, so Kröning. Auch warnten sich Hundebesitzer untereinander vor den Ordnungsamtsmitarbeitern. Die Mehrheit der Halter habe Verständnis für die Kontrollen. "Andererseits treten auch vermehrt Uneinsichtigkeit auf bis hin zu aggressiven Auftreten", so Kröning.

Auch in Steglitz-Zehlendorf sind es vor allem Grünanlagen, in denen kontrolliert wird, ob Bello & Co. angeleint sind. "Diese Schwerpunktsetzung hat den Hintergrund, dass die hier eingehenden Beschwerden über unangeleinte Hunde nahezu ausschließlich Grünanlagen betreffen", erläutert Martin Lutze vom zuständigen Bezirksamt.