Bremen (dpa) l Die Kammer sah es als erwiesen an, dass das Paar im Mai 2019 auf einem Parkplatz eines Supermarkts in Bremerhaven einen 54-Jährigen erstochen hat. "Rache und Wut standen ganz offensichtlich im Vordergrund", sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsbegründung.

Demnach schmiedeten die beiden Angeklagten einen Plan, um den 54-Jährigen abzustrafen, weil er die Frau angeblich zwischen den Beinen angefasst hatte. Ob der 54-Jährige die Frau tatsächlich gegen deren Willen berührt hatte, konnte das Gericht nicht klären.

Sie stachen auf den Mann ein

Am Tattag packte das Paar demnach zwei Steakmesser und ein weiteres Messer mit feststehender Klinge ein und suchte den 54-Jährigen auf. Sie griffen den Mann an, beide Angeklagten benutzten Messer. Der 57-jährige Angeklagte traf mit einem Steakmesser das Herz des 54-Jährigen, auch ein Lungenflügel wurde verletzt. Zeugen bemerkten die Tat, die Polizei nahm das Paar fest. Dass beide betrunken waren, spielte dem Urteil zufolge für die Tat keine Rolle. "Die Angeklagten waren voll schuldfähig", so der Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kann Revision einlegen.

Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes gefordert. Die Verteidigung des 57-Jährigen forderte eine Strafe wegen Totschlags. Für die Frau verlangte die Verteidigung eine Strafe wegen gefährlicher Körperverletzung.