Magdeburg l Welche Ausbildung eröffnet Jugendlichen die besten Berufsaussichten? Die Arbeitsagentur Sachsen-Anhalt nimmt den Job-Markt mit ihrem Chancenatlas genau unter die Lupe. Die Arbeitsmarktexperten haben untersucht, in welchen Berufen Fachkräfte gebraucht werden. Zudem schauten sie sich an, wie alt die Arbeitnehmer in den unterschiedlichen Berufen sind und wann sie in Rente gehen. Weiteres Kriterium für die Einstufung als „Chancenberuf“: In welchen Bereichen gibt es mehr Stellen als Bewerber.

Generell gute Chancen gibt es in Sachsen-Anhalt unter anderem in der Metall- und Elektrobranche. Gesucht werden Zerspanungsmechaniker, Konstruktionsmechaniker oder Elektroniker verschiedener Fachrichtungen. Die können in der Lehre auch schon ganz gut verdienen. Über die gesamte Ausbildungsdauer gibt es durchschnittlich 1000 Euro im Monat. Auch im Baugewerbe gibt es gute Chancen, beispielsweise als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Gut sind die Perspektiven auch in der Altenpflege. Angesichts der immer älter werdenden Gesellschaft ist absehbar, dass der Bedarf noch weiter zunehmen wird.

Wer die Ausbildung hinter sich gebracht hat, hat in vielen Berufen gute Chancen übernommen zu werden. Am besten sieht es im Gesundheits- und Sozialwesen aus. 88 Prozent der Azubis dürfen sich dort über ein anschließendes Beschäftigungsverhältnis freuen. Auch im Bau- und verarbeitenden Gewerbe sind die Chancen gut: Nach der Lehre im Betrieb weitermachen dürfen dort 81 Prozent. In Zeiten des Fachkräftemangels dürften die Aussichten sogar noch besser werden, prophezeien die Arbeitsmarkt-Experten.

72 Prozent der Azubis werden übernommen

Nimmt man alle Berufe zusammen, wurden 2017 72 Prozent der Ausbildungsabsolventen übernommen. Damit liegt Sachsen-Anhalt sowohl im bundes- wie auch im ostdeutschen Schnitt. Weniger Azubis werden bei den unternehmensnahen Dienstleistungen, Handel und Reparatur übernommen.

Wer gute Chancen auf die Übernahme haben will, sollte für seine Ausbildung einen Großbetrieb in Erwägung ziehen. 89 Prozent der Firmen halten ihre Auzubis. In Kleinbetrieben sind es 69 Prozent, in Betrieben von mittlerer Größe 66 Prozent. In Kleinstbetrieben stehen die Chancen nicht so gut. Hier rutschen nur 12 Prozent der Azubis in ein anschließendes Beschäftigungsverhältnis. Im Chancenatlas haben die Arbeitsmarkt-Profis nicht nur die Chancenberufe aufgelistet, sie haben zudem die regionalen Unterschiede genau unter die Lupe genommen. So haben etwa im Raum Magdeburg Azubis in der Metall- und Elektrobranche, im IT-Bereich und im Baugewerbe glänzende Perspektiven, auch im Verkehr und in öffentlichen Verwaltungen sieht es rosig aus.

Infografik: Die beliebtesten Ausbildungsberufe 2017 | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Ausbildung als Metallbauer, Konstruktionsmechaniker oder Elektroniker gefällig? – Eine Lehre in diesen Berufen bietet in der Altmark beste Zukuftschancen. Dort stehen auch Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik hoch im Kurs.

Im Landkreis Harz werden Verfahrensmechaniker für die Kunststoff- und Kautschukherstellung gesucht. Gute Chancen gibt es aber auch im Bereich der Metallbearbeitung. Gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, haben Jugendliche unter anderem als Lackierer, Drucker, als Koch, im Tiefbau in der Hotellerie oder als Steuerberater. In diesen Berufen gibt es mehr Ausbildungsstellen als interessierte Bewerber.

Im Salzlandkreis gibt es beste Zukunftsperspektiven ebenfalls in der Metall- und Elektrobranche, im Baugewerbe und in der Altenpflege. Im Bereich Verkehr werden dort händeringend Berufskraftfahrer gesucht.

Den kompletten Chancenatlas Sachsen-Anhalt gibt es hier.