Bonn (dpa) l Die Corona-Krise könnte zu einer Trendwende auf dem Altpapiermarkt führen. "Wir haben eine Situation, die sich deutlich anders darstellt als noch vor einem Monat, als wir noch ein klares Überangebot an Altpapier hatten", sagte ein Sprecher des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung der Deutschen Presse-Agentur.

Wertstoffhöfe geschlossen

Die Sammelmenge an Altpapier gehe derzeit zurück – das könne zum einen am veränderten Einkaufsverhalten, zum anderen aber auch daran liegen, dass manche Sammlungen, etwa durch örtliche Vereine, nicht mehr regelmäßig stattfänden. Der Verband kritisierte zudem, dass kommunale Wertstoffhöfe teilweise geschlossen würden.

Hauptabnehmer China

Zuvor hatte noch ein Überangebot an Altpapier auf dem heimischen Markt der Branche Sorgen bereitet, weil dieses massiv den Preis drückte. Hauptauslöser dafür waren die rigiden Einfuhrbeschränkungen für Altpapier, die China seit einiger Zeit verhängt hat. Jahrelang war das asiatische Land Hauptabhehmer des deutschen Altpapiers.

Die Versorgung der deutschen Papierfabriken mit Altpapier sei jedoch aktuell weiterhin sichergestellt, betonte ein Sprecher des zuständigen Verbandes. Es gebe derzeit keine Probleme.