Magdeburg/Dortmund l Wie sieht der weitere Weg des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund aus? Bis zu 147 Millionen Euro kann der Club mit dem Transfer eines Spielers einnehmen. Eine Riesen-Summe. Nie zuvor verließ ein Fußballer für so viel Geld einen Verein in Deutschland. Angesichts dieser Zahl ist die Aktie der Borussia so viel wert wie seit 16 Jahren nicht mehr. Dortmund, der einzige Fußball-Club in Deutschland, der an der Börse notiert ist, verzückt die Anleger. Bereits seit einigen Monaten kennt das BVB-Papier nur eine Richtung. Es geht nach oben. Der Gesamtwert der Anteile liegt momentan bei knapp 600 Millionen Euro.

Es gibt Analysten, die halten den Dortmunder Fußball-Club damit für unterbewertet. Er glaubt, sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, dass der Wert des BVB bei etwa einer Milliarde Euro liegt. Dafür gibt es gute Gründe: Borussia Dortmund hat mit einem Fassungsvermögen von 81 360 Plätzen das größte Fußballstadion in Deutschland. Tickets sind allerdings schwer zu bekommen, die Schüssel ist fast immer ausverkauft. Der Kader des Bundesligisten ist gespickt mit jungen Talenten. Stille Reserven, nennt Watzke seine Kicker mitunter. Hinzu kommt: Der BVB ist eine starke Marke. Nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auf der ganzen Welt. Deswegen steigen auch die Erlöse durch Sponsoring seit Jahren.

Kontakt zur Basis

Was noch für eine weitere Wertsteigerung der BVB-Aktie spricht: Der gesamte Fußball-Markt ist auf Wachstumskurs. Ganz speziell profitieren davon die europäischen Spitzenclubs. Borussia Dortmund zählt zu diesem elitären Kreis ohne Frage dazu.

Hans-Joachim Watzke sagt, der BVB werde trotz allem ein Club zum Anfassen bleiben. Die Preise für ein Trikot will er stabil halten, erschwinglich für Fans. 80 Euro müssen die Anhänger für ein BVB-Shirt aber schon jetzt auf den Tisch legen. Die Borussia hat angesichts der Summen die mittlerweile im Fußball-Business bewegt werden, noch nicht den Kopf verloren. Wie kostenbewusst der Club wirtschaftet, ist erst vor einigen Tagen in Monaco zu sehen gewesen: Vor der Auslosung der Champions-League-Gruppenphase hatten Watzke und sein Sportdirektor Michael Zorc Hunger und gingen – ganz volksnah – in einen einfachen Imbiss.