Magdeburg l Annegret Laabs freut sich: Bald wird Schluss sein mit dem Schmalspur-WLAN im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg. „Wir haben viele ausländische Besucher“, sagt die Chefin des Hauses am Montag, „für die eine gute Internet-Verbindung besonders wichtig ist. Wenn das neue WLAN steht, umfasst es auch unseren gesamten Skulpturen-Park.“

Das Kloster wird wie 58 Klöster, Kirchen und Schösser der „Straße der Romanik“, 46 Grünanlagen der „Gartenträume“ und vier gemeinsame Standorte vom neuen kostenfreien Internetzugang profitieren. Das Wirtschaftsministerium fördert diese digitale Offensive im Tourismus mit 2,55 Millionen Euro. Das Geld stammt aus POM-Mitteln. Die 1993 gestartete Romanik-Straße und die seit 2000 protegierten Garten-Reiche haben sich zu zwei starken Säulen des Fremdenverkehrs im Land entwickelt. Stillstand könnte das gefährden.

„Wir müssen im Tourismus Standards bieten, die man anderswo hat“, erklärt Landeswirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD), „dazu gehört kostenloses WLAN.“ Die Gäste schätzten heute die Kommunikation über Whatsapp oder Instagram in Echtzeit statt mit der Postkarte. Wie Willingmann erläutert, soll die Internet-Ausstattung der mehr als 100 Tourismus-Ziele weitgehend im Jahr 2019 bewältigt werden. Ist dies abgeschlossen, soll die Entwicklung virtueller Tourismus-Führer folgen.

Leisten sollen das zwei Betriebe: Der Münchner Anbieter „The Cloud“ und die Nürnberger Firma „abl social federation“, die die europaweite Ausschreibung für die WLAN-Ausrüstung der Top-Sehenswürdigkeiten Sachsen-Anhalts gewonnen haben. Beide Unternehmen haben jahrelange Erfahrung beim Auf- und Ausbau kabelloser Internet-Verbundnetze in Berlin, Hamburg und weiteren deutschen Metropolen und Großräumen.

Doch werden die OnlineExperten bei den hiesigen Aufträgen auf manch bisher ungewohnte Tücken stoßen. Minister Willingmann umschreibt das so: „Wir müssen dem Denkmalschutz Tribut zollen.“

Christoph Kuchenreuther von „Cloud“ ist sich dessen bewusst, nennt die Denkmalschutzauflagen schon mal „eine Herausforderung“. Der wollen seine Leute begegnen, indem sie sich teamweise die einzelnen Denkmäler und Gärten vornehmen. So sollen passende Lösungen für jeden Einzelfall gefunden werden. Kuchenreuther: „Jeder Standort ist individuell.“

Sein Nürnberger Kollege Simon Funke ist bereits über ganz banale Dinge gestolpert: „Mitunter gibt es am Denkmal kein Netz und keinen Strom.“ Die Fachleute müssen also kreativ sein – wie viele Bewohner im ländlichen Sachsen-Anhalt