Magdeburg/Zielitz l Die Zielitzer nennen die zwei weißen Abraumhalden liebevoll Kalimandscharo. Jedes Jahr im Sommer werden Touristen die Berge heraufgeführt. Die mehr als 100 Meter hohen Hügel gelten als die höchsten Erhebungen zwischen Magdeburg und der Ostsee. In den kommenden Jahren sollen die Halden weiter wachsen: Der Düngemittelhersteller K+S will die Kapazität erweitern. Dafür hat das Unternehmen einen Antrag auf Eröffnung des bergrechtlichen Planfeststellungsverfahrens beim Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) eingereicht, teilte das Wirtschaftsministerium am Montag in Magdeburg mit.

Rund zwölf Millionen Tonnen Rohsalz holt K+S jedes Jahr aus dem Salzstock. Etwa zwei Millionen Tonnen werden zu Produkten weiterverarbeitet. Der Rest landet auf den Halden. In drei Jahren jedoch ist die bislang genehmigte Kapazität der Lagerstätte erschöpft, schätzt das Unternehmen. K+S will deshalb von der Behörde eine neue Genehmigung: Über einen Zeitraum von 34 Jahren soll die Halde 2 ab 2020 in nördliche beziehungsweise nordöstliche Richtung um etwa 210 Hektar wachsen.

18 Bände Unterlagen

Das Landesamt werde den Antrag in den kommenden zwei Monaten auf Vollständigkeit prüfen, so das Wirtschaftsministerium. Die Behörde brauche hierfür Zeit. Denn allein der Rahmenbetriebsplan, den K+S für den Antrag erstellt hat, umfasse 18 Bände.

Umweltschützer kritisieren die Erweiterungspläne. Sie befürchten, dass sich im Grundwasser der Region mehr und mehr Salz anreichert.

In Zielitz wird seit den 1960er Jahren Rohsalz gefördert. Seit 1993 gehört dem Kasseler Konzern das Werk. Derzeit sind rund 1800 Mitarbeiter am Standort, der als eines der modernsten weltweit gilt, tätig. Erst im August hatte K+S in Zielitz eine Bohrung gestartet, um die Salzlagerstätte weiter zu erkunden. Investitionen, etwa den Bau eines neuen Schachtes, hatte ein K+S-Sprecher damals aber dementiert.