Kirschernte in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gibt es laut Angaben des Verbandes 29 Betriebe, die Kirschen anbauen. Hauptanbaugebiet für das Obst ist die Gegend um den Süßen See bei Eisleben. Im vergangenen Jahr wurden nur knapp 1500 Tonnen Süßkirschen von den Bäumen gepflückt. In diesem Jahr liegt die Prognose bei 2500 Tonnen, wie der Verband mitteilte.

Nach Angaben des Agrarministeriums wächst in Sachsen-Anhalt Obst auf einer Fläche von knapp 1700 Hektar. Davon entfallen 900 Hektar auf Äpfel und 400 Hektar auf Süßkirschen (ba).

Langenweddingen l Der Regen hat gewütet. An den Kirschbäumen des Obsthofs Hornemann in Langenweddingen sind einige Früchte geplatzt. Etwa 600 Kilogramm Kirschen werden wohl nicht mehr geerntet werden können, schätzt Sabine Hornemann, die den Obsthof zusammen mit ihrem Vater Hans Otto bewirtschaftet. Auf der Plantage südwestlich von Magdeburg stehen fast 1200 Kirschbäume. Rund fünf Tonnen Kirschen pflücken die Erntehelfer der Familie Hornemann jedes Jahr von den Bäumen. „Mit dieser Menge rechnen wir auch in diesem Jahr, sofern es nicht mehr allzu viel regnet“, sagt Obstbaumeisterin Sabine Hornemann.

2500 Tonnen Kirschen aus Sachsen-Anhalt

Denn trotz der wechselhaften Witterung erwarten Sachsen-Anhalts Obstbauern eine reiche Süßkirschernte. „Aber wir müssen natürlich warten, was das Wetter macht“, erklärt der Geschäftsführer des Verbands Sächsisches Obst, Udo Jentzsch. Die Prognose liegt bei 2500 Tonnen, wie der Verband zum Saisonstart mitteilte. Er vertritt auch die Obstbauern in Sachsen-Anhalt. Im vergangenen Jahr wurden nur knapp 1500 Tonnen Süßkirschen von den Bäumen gepflückt.

Die Kirschen vom Obsthof Hornemann in Langenweddingen werden vor allem im familieneigenen Hofladen verkauft. Etwa sieben Euro pro Kilogramm müssen Kunden für die Früchte aus der Börde auf den Tisch legen. Das Obst wird in diesem Jahr wohl etwas teurer werden, schätzt Sabine Hornemann.

Denn deutschlandweit geht die Anbaufläche zurück. Die schweren Unwetter der vergangenen Wochen werden vor allem in Österreich und Süddeutschland zu Einbußen bei der Ernte führen. Zudem macht die aus Japan eingewanderte Kirschessigfliege den Obstbauern zu schaffen. Die Fliege legt ihre Eier auf reife Früchte, wie Weintrauben, Holunder, Beerenobst oder auch Kirschen ab und verursacht beträchtlichen Schaden. „Bis jetzt haben wir hier noch keinen Fall, aber ich habe von Kollegen aus Süddeutschland gehört, dass die Fliege teilweise ganze Kirsch-Bestände vernichtet hat“, sagt Sabine Hornemann.

Börde-Boden für volles Kirsch-Aroma

Die 36-Jährige wurde im Alten Land vor den Toren Hamburgs zur Obstbaumeisterin ausgebildet, arbeitete zwei Jahre am Niederrhein und pflückte danach in Neuseeland das Obst von den Bäumen. Doch die Heimat ließ Sabine Hornemann nie los. Die Obstplantage in Langenweddingen bewirtschaftet die Familie mittlerweile in der vierten Generation. In der Börde ist der Betrieb ein Exot. Der Landstrich ist geprägt von Ackerbau. Der Börde-Boden, besonders fruchtbar und saftig, lässt das Herz der Landwirte höher schlagen. Auch das von Sabine Hornemann: „Der Boden sorgt für das besondere Aroma unserer Süßkirschen.“ Seit zehn Tagen wird auf der Plantage geerntet. Ende Juli soll das Pflücken vorbei sein. Den Erntehelfern ist Naschen ausdrücklich erlaubt. „Süßkirschen sind sehr gesund“, sagt Sabine Hornemann.

In Sachsen-Anhalt ist das Hauptanbaugebiet für das Obst die Gegend um den Süßen See bei Eisleben. Bundesweit liegt die Ernteprognose laut Verband bei 28 000 Tonnen, allein 12 000 Tonnen entfallen auf Baden-Württemberg. Im Vergleich der europäischen Länder ist Deutschland beim Süßkirschanbau eher ein Zwerg. Die Nummer eins weltweit ist laut Verband die Türkei. 2015 wurden hier 536 000 Tonnen geerntet. Es folgten Italien mit rund 111 000 und Spanien mit 93 720 Tonnen.