München/Magdeburg l Hoffnung für kleine Geschäfte, Dämpfer für die Gastronomie: Bund und Länder haben sich in der Corona-Krise am Mittwoch auf Lockerungen geeinigt. Holger Beeck, Vorstandsvorsitzender von McDonalds Deutschland, spricht sich nun dafür aus, die Mehrwertsteuer für Gastronomen für die nächsten fünf Jahre auf einen einheitlichen Satz von sieben Prozent zu reduzieren.

Er könne die Entscheidung der Politik nachvollziehen, nichtdestotrotz tue sie der Gastronomie "sehr weh", so Beeck. Das gelte auch für McDonald’s und seine Franchise-Nehmer, "die als selbstständige Unternehmer vor Ort die Auswirkungen sehr massiv spüren", sagt der Chef von McDonald´s Deutschland.

Es gehe bei der Entscheidung letztlich um Gesundheit und Menschenleben. Allerdings brauche es auch "eine erfolgreiche Wirtschaft für die Finanzierung eines starken Gesundheitssystems". "Nur ein optimistischer Unternehmer wird mit Zuversicht viele Mitarbeiter in Lohn und Brot bringen", so Beeck.

Die schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfe durch Kreditvergabe an speziell kleine Betriebe sei "immens wertvoll". Nun müsse der Blick nach vorn gehen. Um gestärkt aus der Krise hervorzugehen, brauche es für die Gastronomie "Lösungen, wie man die aufgenommenen Kredite zurückzahlen kann". Der Mc-Donald's-Deutschland-Chef befürchtet insbesondere einen schweren Stand für Restaurants, die bereits vor der Krise nur mühsam Profite erzielt hätten und die sich nun mit zusätzlichen Krediten über Wasser hielten.

Der weltgrößte Fast-Food-Konzern hat wegen der Corona-Pandemie einen heftigen Geschäftseinbruch erlitten. Im März fielen die Erlöse weltweit im Vergleich zum Vorjahreswert um gut 22 Prozent, wie McDonald’s in der vergangenen Woche mitteilte. Auch in Deutschland sind etliche Restaurants an Flughäfen und Autobahn-Raststätten geschlossen. Der Fokus liegt nun auf Drive-thru, Take-away und Essenslieferungen.

Der gebürtige Hallenser Beeck ist seit 2013 Chef von McDonald´s Deutschland. McDonald's hat hierzulande rund 1500 Restaurants.